Stauden für Kiesstreifen - Landfrau - 24.04.17
Vielleicht könnt ihr mir bei der Auswahl ein bisschen helfen.
Vor meiner Gallicarose Charles de Mills war bisher ein sogenannter Schotterrasen. Oben Rasen unter eine irgendwie verdichtete Kies/sonstwie Mischung. Wichtig für uns hier, damit um den Pferdestall herum auch mal ein Trecker fahren kann. Nun ist der Rasen entfernt worden, weil das gesamte Beet, das später in normale Erde übergeht, verbreitert wurde.
Aber was kann ich jetzt in diesen Kiesstreifen setzen? Sehr tief graben lässt sich da nicht, ok ein typisches Staudentöpfen geht rein. Aber die Pflanzen sollen sich da ja langfristig wohl fühlen. Habt ihr Ideen und Erfahrungen?
Hier der Charlie, er blüht im Juni. Dicht dran sitzt bereits Geranium Psilostemon 'Patricia'., die sich dann in die Rose legt. Der Storchi hat etwa die gleiche Farbe wie die Rose, blüht aber deutlich länger. Also damit müsste es farblich harmonieren.
Rose mit Storchi
Rose alleine
Die nötige Vorpflanzung sollte nicht zu flach sein, also so vielleicht 40 cm wären schon schön.
Wäre toll, wenn ihr Tipps geben könntet.
Der Standort ist sonst vollsonnig.
RE: Stauden für Kiesstreifen - Cornelssen - 24.04.17
Was bei mir an den unmöglichsten Stellen, auch im Kies etc. kommt, ist Akelei.
Inse
RE: Stauden für Kiesstreifen -
vanda - 24.04.17
Also meine persönliche Erfahrung mit Kiesflächen, und zwar solchen, die nicht explizit als "Kiesbeet" angelegt wurden ist: es wächst nix, was man mit Töpfchen pflanzt

, aber was man aussät (oder sich selber aussät), kommt umso besser und ist dann super langlebig.
Genau so ein "Beet" gibt es hier nämlich auch, eigentlich war es wohl mal Erde, aber der Hof daneben ist geschottert und vermutlich wurde über Beet und Schotter auch ein halbes Jahrhundert mit dem Trecker gefahren, pflanzen ging da nur mit Spitzhacke. Und nichts davon, was ich anfangs gepflanzt habe, hat überlebt.
Dann haben wir den Streifen mal grob geunkrautet und erst mal Rindenmulch draufgeschüttet, bis evtl. irgendwer eine bessere Idee hätte. Weil aber so kahl, habe ich dann halt meine Topfsammlung draufgestellt, und immer mal wieder neue oder geschenkte Stauden, für die woanders noch kein Platz war.
Aus irgend einem Topf hat sich dann Symphytum caucasicum davongemacht und wanderte in den Boden (gibt ja auch nicht wuchernde Arten, haben aber alle ziemlich tiefe Wurzeln), irgendwoher kamen auch Akeleien, dann die Herbstastern der Nachbarin (sind allerdings da nicht standfest), vom Gemüsegarten rüber flogen Purpurfenchel, Purpurleinkraut, Kaukasusgamander, Muskatellersalbei, nesselblättrige Glockenblume (

inzwischen eine meiner Lieblingspflanzen), Centaurea montana und Verbascum an. Die halten sich hier alle gut ohne Gießen und mit ab und an drüberfahren...

Ich kann mir aber auch Katzenminze, Lavendel, kleine Blauraute, Ysop etc. gut vorstellen, die säen sich hier auch in den Kies, oder Erigeron karvinskianus.
Und vielleicht Nassella (=Stipa) tenuissima, wenn man dufige Gräser mag.
Ach ja, und natürlich Verbena bonariense. Frauenmantel wächst auch im Kies.
Was sich hier auch lange gehalten hat, und das einzige war, das ich gepflanzt habe war der Meerkohl, Crambe maritima, eine echte Hinguckerpflanze mit tollem Honigduft.
Ha, und kein einziges gelbes Kräutlein dabei!
Hatte ich erwähnt, dass Dein Charlie echt zum Niederknien ist?
RE: Stauden für Kiesstreifen -
lavandula - 24.04.17
Die Empfehlungen von Vanda sind wohl die meisten im Kiesstreifen bei Moonfall zu sehen. Vielleicht kann sie Dir mal Bilder als Beispiele zeigen.
Ach ja, ganz blühfreudige Gauras waren da auch noch dabei. Die habe ich selbst auch im normalen Gartenboden, jetzt sind wohl alle erfroren wie die V.Bonariensis. Waren sicher zu gut genährt.
RE: Stauden für Kiesstreifen -
Moonfall - 24.04.17
Ich bin mir nicht sicher, ob die Anforderungen bei Landfrau wie in meinen Kiesstreifen sind. Ich wollte die Grünstreifen an der Strasse nicht mehr mähen und möglichst nicht gießen. Das habe ich letzten Sommer erstmals geschafft, weil zeitgerecht wieder Regen kam. Davor gings nicht ganz, wir haben eben pannonisches Klima, dh. trockene und heisse Sommer.
Verdichter Boden ist da allerdings nicht, es fährt auch keiner drüber.
RE: Stauden für Kiesstreifen - Landfrau - 25.04.17
Danke für eure Anregungen.
Also jetzt fährt da - hoffentlich - niemand mehr rüber, daneben ist genug Platz. Aber der Ursprungsgedanke war eben ein tragfähiger, sehr belastbarer Untergrund. Obendrüber eben kein Pflaster sondern Rasen. Und das klappt auch, also der Rasen wächst da .
Akelei hingegen wollte da nicht, an der jetzigen Stelle habe ich das zwar nicht probiert, aber etwas weiter entfernt , konnte ich sie nicht ansiedeln. Sie ist immer in die "normale" Erde gewandert. Auch gut aber das war nicht die Idee.
Vanda schrieb:Also meine persönliche Erfahrung mit Kiesflächen, und zwar solchen, die nicht explizit als "Kiesbeet" angelegt wurden ist: es wächst nix, was man mit Töpfchen pflanzt Clown, aber was man aussät (oder sich selber aussät), kommt umso besser und ist dann super langlebig.
Das denke ich auch. Wenn sich Ausgesätes gut entwickelt, dann passt auch der Standort.
Freiwillig ausgesät hat sich da seit dem letzten Spätsommer , als der Rasen entfernt worden ist,allerdings eigentlich gar nichts . Liegt aber sicher auch daran, weil die Fläche sich zum Abstellen irgendwelche Töpfe gut geeignet hat

So sieht es aktuell aus
Es lässt sich zwar mühselig ein Loch buddeln, ist allerdings eher eine Art Aufkloppen einer Schotterschicht als echtes Graben.
Am liebsten hätte ich natürlich auch eine Pflanze, die es hier bisher nicht gibt.
Also das spanische Gänseblümchen wäre bisher auf Platz 1 der Kandidatenliste
Nachtrag: Oh Mist, kalkarmer Boden steht bei Erigeron karvinskianus . Das passt nicht.
RE: Stauden für Kiesstreifen -
Thusnelda - 25.04.17
Bei mir hält sich in solch einem kiesigen Boden gut Daphne. Nur musst Du bedenken, dass dort die Pflanzen nicht so schnell ihre normale Grösse erreichen, es sei denn, Du nährst sie tüchtig. Weiter gedeiht dort auch gut Aconitum luteum, Monarda (egal, welche), Perovskia und Lavendel, Malva 'Frederique', die aber wahrscheinlich zu hoch für Dich wird. Ansonsten alle Hemerocallis (bei mir stehen ausschliesslich botanische) und sogar Paeonia arborea - hättest Du das gedacht? Winterharte Geranien gehen auch und, was ich gerade erst neuestens entdeckt habe, ist eine wunderschöne Penstemon digitalis 'Husker's Red', mit wunderschönem dunklem Laub, langer Blütezeit, trockenverträglich mit einem Standort in voller Sonne oder auch Halbschatten, wie man will. Verbascum wurde schon erwähnt, Lilien würden passen aber nur unter der Bedingung, dass sie ordentlich gefüttert werden.
Das nur so in aller Schnelle.
RE: Stauden für Kiesstreifen - Unkrautaufesserin - 25.04.17
Lupinen siedeln sich auf Schotterflächen an.
Wenn die großen Russels-Hybriden nicht da wollen, versuche es doch mit Wildformen, wie Alaska-Lupine oder Texas Lone Star.
Deine Pferde dürfen sie leider nicht fressen.
Liebe Grüße, Mechthild
RE: Stauden für Kiesstreifen -
Moonfall - 25.04.17
In meinem Kiesbeet sind eigentlich alle Pflanzen vorher in Töpfen mit Blumenerde angezogen worden. Natürlich mußte ich nach dem Einpflanzen gießen, aber inzwischen nicht mehr.
Spanisches Gänseblümchen sät sich auch gerne aus, überwintert aber hs. in Blumentöpfen (von anderen Pflanzen!).
Bei steinigen Böden muß jedenfalls Lavendel gehen, der gedeiht hier in den Kiesbeeten gut. Weiters Vexiernelken, Katzenminze, Rosen, Buchs, Nachtkerze (wächst sogar aus den Pflasterfugen), Ratibida c., Taglilie (fulva), die gelbe Skabiose (ochroleuca), Gaura, Verbena bonariensis, die blaue Kugeldistel, Astern, Federgras, Festuca glauca, Pfeifengras... Nelken aus Mutters Garten habe ich auch gepflanzt, weiss aber den bot. Namen nicht.
RE: Stauden für Kiesstreifen - Cornelssen - 25.04.17
Auf der dicken Kiesaufschüttung des benachbarten Biergartens hat sich in den letzten Jahren ziemlich intensiv die wilde Rauke selbständig ausgebreitet: wurden schöne, kräftige Pflanzen - wenn man nicht aufgepasst hat...
Das mit der Akelei wundert mich: bei mir benimmt sie sich anders

, sät sich allerdings selbst aus. Wie wäre es denn mit Klatschmohn (Versuch macht klug)? Nachtkerze hat auch wenig Hemmungen, sich überraschend anzusiedeln und den Vorteil, dass sie zweijährig ist: man kann sie also gut gezielt wachsen lassen.
Inse