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RE: Schmetterlinge - Gerardo - 13.08.18

Tolle Bilder, Vanessa.

Vielleicht handelt es sich um den 'Blauschwarzen Eisvogel' oder den 'Schwarzen Christophsspanner'. Passen jedoch beide nicht so hundertprozentig zu Deinen Bildern.

Es werden sicher andererseits noch weitere Ideen kommen.


RE: Schmetterlinge - Moonfall - 13.08.18

Jetzt habe ich auch ein wenig gegoogelt... bei englischen Suchwörtern wurde ich fündig. Das sollte der kleine Mormon sein, ein asiatischer Schmetterling. - Wieder ein blinder Passagier bei Lieferungen aus Asien?  :w00t:


RE: Schmetterlinge - Frischling - 13.08.18

Oha, bei uns flattern ja scheinbar nur "Zugereiste" rum (kürzlich hatten wir schon den Stahlblauen Grillenjäger hier [Link kriege ich irgendwie nicht hin - wohin ist denn die Funktion verschwunden??). Danke, Moonfall! Nun hat der kleine Kerl auf Weltreise wenigstens einen Namen.


RE: Schmetterlinge - Brigitte - 13.08.18

Tolle Recherche, Moonfall. Chapeau!


RE: Schmetterlinge - Gerardo - 15.08.18

Alle Achtung! - Hut ab! - Moonfall. Ich schließe mich der Aussage von Brigitte an.

Der folgende Falter ist bei uns im Garten eher nur selten anzutreffen. Wahrscheinlich bauen wir für Ihn die falschen Pflanzen an.
Seine Lieblingsfutterpflanzen wie Karotten und Fenchel können wir dieses Jahr nicht bieten. Vielleicht hat er uns wegen dem Dill besucht oder er ist auf der Durchreise.

Der "Schwalbenschwanz" [Bild: 33571573um.jpg]

macht kurz Rast auf der Rose Oderic Vital [Bild: 33571574rx.jpg]


RE: Schmetterlinge - vanda - 10.09.18

Toller Falter, Gerardo!
So weit ich weiß, sind Schwalbenschwänze sowieso "Immer auf der Durchreise". Ich habe heuer auch nur einmal einen gesehen, am Bach in einem Bestand von indischem Springkraut, im Garten waren dagegen etliche Raupen auf dem Bronzefenchel, den Falter habe ich nie bemerkt. Leider sind die Raupen dann immer plötzlich verschwunden, die Puppen konnte ich noch nie finden.

Ich packe das gerade mal von den Insekten allgemein auch hierher:

Zitat:[quote pid='176873' dateline='1536615333']
Brigitte, bezüglich Schmetterlingspflanzen gebe ich Dir recht, Sommerflieder sind ganz nett, um die vorhandenen Falter anzulocken, aber die wahren Schmetterlingsgärten sind doch die, in denen die Pflanzen für die Raupen wachsen.

Und da kann man ganz grob schon ein paar wichtige Grundregeln aufstellen, z.B.

1) Hohes Gras!
Sehr viele Falter legen ihre Eier an Grashalme, die Raupen fressen an diversen Gräsern und verpuppen sich oft auch dort. Ganz wichtig also - an einigen Stellen das Gras wachsen lassen und erst im Spätsommer mähen, oder noch besser Teilbereiche auch über den Winter stehen lassen (sog. Altgrasbestände).
Ungeschnittene Gräserflächen sind auch ein Eldorado für viele Heuschreckenarten.

Gräser fressen z.B. die Raupen des Waldbrettspiels, bei uns heuer sehr häufig. Da die Falter Reviere besetzen, treffe ich "meine" Waldbrettspiele jeden Tag an denselben Stellen wieder, auch heute wieder. Sie sitzen gerne im Gras am Boden oder auf bodennahen Blättern von Bäumen und Sträuchern im Halbschatten am Gehölzrand.

[Bild: 33793559fo.jpg]

[Bild: 33794345uh.jpg]

Auch z.B. Wiesenvögelchen, Ochsenauge und Schornsteinfeger brauchen Gräser als Raupennahrung.

2) Brennnesseln

Am Besten an mehreren Stellen, denn die verschiedenen Falter haben unterschiedliche Ansprüche an den Standort der Nesseln, Beispiele:

Admiral: luftfeucht, geschützt (Raupen leben einzeln in eingerollten Blättern)
Tagpfauenauge: sonnig bis halbschattig im Offenland, luftfeucht, z.B. an Gräben oder in Gehölznähe (junge Raupen leben gesellig in einem Gespinst, erst die größeren Raupen vereinzeln sich im Bestand)
Kleiner Fuchs: vollsonnig im Offenland, bevorzugt flächige Bestände (junge Raupen gesellig in Gespinsten, ältere vereinzelt)
Landkärtchen: nur zeitweilig besonnt, bevorzugt Wälder und gehölzreiche Landschaften (Raupen gesellig in Gruppen)

Versetzte Mahd erhöht die Vielfalt, denn manche Raupen bevorzugen frische Blätter, so dass nach Rückschnitt und Neuaustrieb auch die zweite Generation Falter wieder genug zu futtern hat.

3) Weiden und Pappeln

Etliche Falterarten fressen ausschließlich an Weiden, viele unter anderem auch an Weiden, z.B.
Großer Fuchs, Trauermantel, Brauner Bär, C-Falter
Auch sind die frühen Blüten der Weiden für alle frühen Falter (und Bienen etc.) eine der wichtigsten Nektarquellen im Frühling.
Eine Sal-Weide gehört damit unbedingt in jeden Naturgarten. Pappeln (u.a. Trauermantel, Großer Eisvogel, viele Nachtfalter) wird man wohl eher nur in großen Gärten pflanzen, aber man kann sich zumindest dafür einsetzen, dass bestehende Pappeln in der Landschaft nicht umgesägt werden.

4) Hornklee und Luzerne

Wichtige Futterpflanzen für viele Weißlinge und Bläulinge!
Beide sehr schön in Wiesen, übrigens fast dauerblühend und sehr trockenheitsresistent wink , wo hier heuer alle Wiesen nur noch dürr waren blühten Hornklee und Luzerne als sattgrüne Tupfen in den Flächen fröhlich weiter...

[Bild: 33793935ps.jpg]

[Bild: 33793944og.jpg]

5) Veilchen!

Vielleicht nicht die Pflanze, bei der man als erstes an Falter denkt, aber fast alle Perlmuttfalter brauchen ausschließlich verschiedene Veilchen-Arten als Raupennahrung! Der bekannteste der Perlmuttfalter ist sicherlich der Kaisermantel, auch seine Raupen brauchen Veilchen!)

zum Beispiel:
Acker-Stiefmütterchen (Viola arvensis)
Duft-Veilchen (Viola odorata)
Hain-Veilchen (Viola riviniana)
Hunds-Veilchen (Viola canina)
Rauhaariges Veichen (Viola hirta)
Sand-Veilchen (Viola rupestris)
Sumpf-Veilchen (Viola palustris)
Wald-Veilchen (Viola reichenbachiana)
Zweiblütiges veilchen (Viola biflora)

auch Garten-Stiefmütterchen (Viola x wittrockiana) und Hornveilchen (Viola cornuta) sind bei manchen Arten beliebt (z.B. Kleiner Perlmuttfalter).

Viele der heimischen Veilchenarten wird man kaum extra pflanzen, aber falls man welche z.B. in der Wiese oder an einer Böschung hat, kann man sie gezielt durch Aussaat fördern oder sie von bedrängenden Nachbarpflanzen freistellen.
Ich konnte heuer im Garten einen Kaisermantel bei der Eiablage beobachten. In der Wiese sind viele wilde Veilchen, die Falter suchen und prüfen zuerst die Futterpflanzen am Boden, dann legen sie die Eier in die Rinde von nahestehenden Bäumen, bei mir an Linde und Eiche. Die Raupen müssen dann im Frühling den Stamm hinunterwandern und die Veilchen finden. wink


Das ist natürlich nur eine kleine Auswahl, die vor allem einige der bekannteren Tagfalter-Arten betrifft.

Noch mehr Anregung gibt's z.B. hier:
http://www.schmetterlingeinwildauundberlin.de/futterpflanzen_fuer_schmetterlingsraupen.htm
(bei Klick auf die Namen gibt es mehr Info und Bilder zu Falter und Pflanzen)

Die Bilder oben sind aus dem sehr informativen Raupenfutterpflanzen-Garten des Botanischen Gartens in Ulm.



[/quote]


RE: Schmetterlinge - Melly - 25.09.18

Dieses Exemplar sitzt seit zwei Tagen am Lavendel. 
Ich habe versucht, ihn im Bild festzuhalten, aber die Sonne war mir im Weg:
[Bild: 33911779nd.jpg]

[Bild: 33911780yw.jpg]

Besser ging es nicht. Aufgefallen ist er mir nur durch die blaue Farbe, die ich leider nicht auf's Bild bekommen habe. 
Habe ich vorher noch nie gesehen.

LG
Melly


RE: Schmetterlinge - Brigitte - 25.09.18

Ein Bläuling.
Aber welche Art das ist, weiß ich nicht. Gelbe Punkte auf der Unterseite haben einige Arten.
Kannst ja hier mal die Arten durchklicken: https://de.wikipedia.org/wiki/Bl%C3%A4ulinge
Vielleicht findest du deinen.


RE: Schmetterlinge - Melly - 26.09.18

Danke, Brigitte smile
Ich hab' ihn, es ist ein Faulbaum-Bläuling! Das Bild mit der Paarung zeigt genau das Exemplar, was ich versucht habe zu knipsen!
Ein richtig Schöner!!! Ich hoffe, er bleibt uns erhalten!

LG
Melly


RE: Schmetterlinge - vanda - 11.01.19

Ich muss aus aktuellem Anlass hier mal ein wenig Werbung für wirklich gute (Fach-) Literatur zum Thema machen.

Diese drei Bücher lagen bei mir unter'm Weihnachtsbaum und ich kann sie nur allen wärmstens ans Herz legen, die sich für Schmetterlinge, aber auch Insekten allgemein /Artenschutz interessieren und sich ein Bild vom aktuellen Stand der Dinge machen möchten. 

[Bild: 34812927sc.jpg]

Dr. Andreas H. Segerer, Prof. Dr. Josef H. Reichholf und Prof. Dr. Dave Goulsen sind alle drei führende Wissenschaftler, die sich schon ihr ganzes Leben lang mit Insekten befassen und die auf eine sehr gut verständliche Art spannende Geschichten erzählen und Zusammenhänge erklären können. Alle drei Bücher stechen mit ihrer wirklich fundierten, anschaulichen Wissensvermittlung positiv aus den vielen, leider oft oberflächlichen und zusammengeschusterten Trend-Veröffentlichungen á la "wir bauen uns ein Insektenhotel" heraus, finde ich.

Während Dave Goulson, berühmter Hummelforscher aus England, in "Das Summen in der Wiese" sehr unterhaltsam und mit viel Humor von seinen persönlichen Erlebnissen auf seinem neu erworbenen Grundstück erzählt, mit schrägen Nachbarn, unfreundlichen Hunden und mittleren Katastrophen beim Renovieren eines baufälligen Hauses, erfährt man ganz nebenbei spannende Details über diverse Insekten und Pflanzen. Ich mag die lockere Schreibe von Goulson sehr und habe das Buch an einem Abend ausgelesen. Wer dann etwas tiefer ins Thema einsteigen möchte, kann sich dann noch in sein Vorgängerwerk "Und sie fliegt doch- eine kurze Geschichte der Hummel" vertiefen (um hinterher erstaunt festzustellen, wie wenig man doch vorher über die liebenswerten Hummeln wusste und sich dann tagelang den Kopf zu zermartern, wo man nun denn noch gezielt ein paar Hummelpflanzen unterbringen könnte biggrin  ).
Die Bücher sind inzwischen recht günstig als Taschenbuch erhältlich.
Goulson war übrigens Mitautor einer namhaften Studie zu den Auswirkungen von Glyphosat auf Bienen und hat am eigenen Leib erfahren, wie Industrie und Politik sich die unerwünschten Ergebnisse nach ihren Bedürfnissen "zurechtinterpretieren".

https://twitter.com/davegoulson?lang=de

Die beiden anderen Bücher sind 2018 erschienen und daher auch noch etwas teurer, lohnen sich aber auf alle Fälle.
Reichholf konzentriert sich auf die Schmetterlinge, deren rapide Abnahme er seit den 70er Jahren dokumentiert hat. Geschichten, Beobachtungen und Forschungen zu einzelnen Arten wie z.B. dem Zitronenfalter, Kohlweißlingen aber auch zu Phänomenen wie den Gespinstmotten werden gemischt mit Wissenswertem über das Wanderverhalten, die Giftigkeit oder auch den "Drogenrausch" mancher Falter.
Anschließend geht Reichholf sehr ausführlich auf die komplexen Hintergründe des Faltersterbens ein, aufgeteilt in Stadt/Land/Wald und erläutert dabei immer wieder die diversen Forschungsmethoden und die Schwierigkeiten, Fakten und Ergebnisse in ein "Gesamtbild" einzuordnen.
Hier geht es weniger darum, was der Einzelne in seinem Garten für die Schmetterlinge tun kann, sondern was großflächig durch Agrar- und Umweltpolitik, kommunale Pflegemaßnahmen und Naturschutzverbände getan werden müsste. Und dabei kann man als "Einzelner" ja auch durchaus mitwirken.

Im reich illustrierten Buch von A. Segerer dagegen wird auch auf den Nutzen der vielen Gärten für Insekten eingegangen, hier geht es um alle Insekten, nicht nur die Falter. Es vermittelt im ersten Teil vielfältiges Hintergrundwissen und stellt im zweiten Teil eine Agenda auf, was  jetzt ganz konkret getan werden muss, um die bunte Vielfalt der Insekten so gut es geht auch für die nächste Generation zu erhalten. Sehr empfehlenswert, gehört eigentlich in jede Naturgärtner-Bibliothek! smile