20.12.11, 21:54
Hallo Pünktchen,
Ich denke, daß es viele Faktoren sind, die die Bienen schwächen. Die Varroa-Milbe ist einer dieser Faktoren, aber nicht der Nutznieser. Die Bienen werden durch die verschiedenen Umstände geschwächt, aber nicht dadurch anfälliger für die Varroas, sondern die Varroas sind Teil dieser Faktoren. Daß die etwa dreisig verschiedenen Virenarten, die von den Varroas übertragen werden aggressiver geworden sind, und hoher Varroabefall eben auch eine extreme Virendichte bedeutet, bewirkt eine höhere Sterberate der Einzelbienen und den Kollaps der Völker.
Hinzu kommt als weiterer Faktor naturlich auch die Schwächung durch Gift. Das Zeug, das die Bauern gegen Blattläuse oder sonstwas spritzen, mag sich abschwächen, wird aber von den Bienen dennoch aufgenommen. Auch wenn die Dosis bei Bienen nicht letal wirkt, schwächt sie die Bienen dennoch.
Und noch einen Punkt halte ich für wichtig, auch wenn er in Imkerkreisen kaum Beachtung findet: Mangelernährung. Nicht daß es den Bienen an Futter fehlt, da hilft der Imker notfalls nach. Aber das Futter ist doch oft sehr einseitig. Monokulturen prägen oft die Landschaft, was meiner Meinung nach nicht genügt. Die Pollen und der Nektar verschiedener Futterpflanzen dürften doch unterschiedliche Inhaltsstoffe haben, die die Bienen auch brauchen, in Monokulturen aber nicht bekommen. Wir Menschen können ja auch nicht immer nur Pommes essen, ohne negative Folgen zu erleben. Ähnlich dürfte es bei Bienen auch sein: einseitige Ernährung bringt Mangelerscheinungen. Die bunte Vielfalt auf den Äckern und Wiesen wird aber mit Gift und Gülle vernichtet, so daß der prächtigste Rapsacker dem Imker zwar hohen Ertrag bringt, die Völker aber schwächt. Gerade deshalb bin ich der Überzeugung, daß dem Imkern in der Stadt, wo in den Gärten und Parks bunte Vielfalt mit weit weniger Gift gedeiht, die Zukunft gehört, vorausgesetzt, die Wende zur Bio-Landwirtschaft geht weiterhin so langsam voran.
Ach ja, Pilze und Bakterien gehören natürlich auch zu den Bienenkrankheiten, die zum Teil ganze Bienenstände vernichten können und zur Einrichtung von Sperrgebieten führen können (Faulbrut), gehören aber nicht zum Alltag des Imkers. Mag sein, daß latent vorhandene Bakterien oder Pilzsporen die Völker schwächen, auch wenn die Krankheiten nicht zum Ausbruch kommen.
Wie gesagt, es kommen wohl viele Faktoren zusammen, die die Völker schwächen, so daß die Varroas immer leichteres Spiel haben.
Liebe Imkergrüße,
Martin
Ich denke, daß es viele Faktoren sind, die die Bienen schwächen. Die Varroa-Milbe ist einer dieser Faktoren, aber nicht der Nutznieser. Die Bienen werden durch die verschiedenen Umstände geschwächt, aber nicht dadurch anfälliger für die Varroas, sondern die Varroas sind Teil dieser Faktoren. Daß die etwa dreisig verschiedenen Virenarten, die von den Varroas übertragen werden aggressiver geworden sind, und hoher Varroabefall eben auch eine extreme Virendichte bedeutet, bewirkt eine höhere Sterberate der Einzelbienen und den Kollaps der Völker.
Hinzu kommt als weiterer Faktor naturlich auch die Schwächung durch Gift. Das Zeug, das die Bauern gegen Blattläuse oder sonstwas spritzen, mag sich abschwächen, wird aber von den Bienen dennoch aufgenommen. Auch wenn die Dosis bei Bienen nicht letal wirkt, schwächt sie die Bienen dennoch.
Und noch einen Punkt halte ich für wichtig, auch wenn er in Imkerkreisen kaum Beachtung findet: Mangelernährung. Nicht daß es den Bienen an Futter fehlt, da hilft der Imker notfalls nach. Aber das Futter ist doch oft sehr einseitig. Monokulturen prägen oft die Landschaft, was meiner Meinung nach nicht genügt. Die Pollen und der Nektar verschiedener Futterpflanzen dürften doch unterschiedliche Inhaltsstoffe haben, die die Bienen auch brauchen, in Monokulturen aber nicht bekommen. Wir Menschen können ja auch nicht immer nur Pommes essen, ohne negative Folgen zu erleben. Ähnlich dürfte es bei Bienen auch sein: einseitige Ernährung bringt Mangelerscheinungen. Die bunte Vielfalt auf den Äckern und Wiesen wird aber mit Gift und Gülle vernichtet, so daß der prächtigste Rapsacker dem Imker zwar hohen Ertrag bringt, die Völker aber schwächt. Gerade deshalb bin ich der Überzeugung, daß dem Imkern in der Stadt, wo in den Gärten und Parks bunte Vielfalt mit weit weniger Gift gedeiht, die Zukunft gehört, vorausgesetzt, die Wende zur Bio-Landwirtschaft geht weiterhin so langsam voran.
Ach ja, Pilze und Bakterien gehören natürlich auch zu den Bienenkrankheiten, die zum Teil ganze Bienenstände vernichten können und zur Einrichtung von Sperrgebieten führen können (Faulbrut), gehören aber nicht zum Alltag des Imkers. Mag sein, daß latent vorhandene Bakterien oder Pilzsporen die Völker schwächen, auch wenn die Krankheiten nicht zum Ausbruch kommen.
Wie gesagt, es kommen wohl viele Faktoren zusammen, die die Völker schwächen, so daß die Varroas immer leichteres Spiel haben.
Liebe Imkergrüße,
Martin
