02.03.13, 10:26
(01.03.13, 21:57)Raphaela schrieb: Jürgen erzählte auch, daß in den Klosterruinen wohl heute noch besondere Hybriden von Rosa majalis zu finden sind...Vielleicht wurden dort auch frühe Albas, Danmaszener Rosen und Gallicas kultiviert? Und wurden von "Rosa orientaliensis" bestäubt? - Es bleibt spannend![/align]
Äusserst spannend Raphaela! Wenn Rosen und Päonien seit tausenden von Jahren in China gezüchtet worden sind, ist es in der Tat schwer nachzuvollziehen, warum es erst Engländern ende 18./anfangs 19. Jh gelungen sein sollte, diese in Europa einzuführen. Was wahrscheinlicher ist, dass in dieser Periode, neue Pflanzen mit der Augen der Aufklärung wissenschaftlicher betrachtet und beschreiben worden sind.
Handelsbeziehungen zu China gab es praktisch ununterbrochen in den letzten 2000 Jahren. Knollenpflanzen wie Iris, Tulpen, usw wurden von den Nomadenvölkern während ihrer Wanderugen von Zentralasien nach Iran, Anatolien unden Balkan eingeführt. Die Seidenstrasse ist uns auch allen ein Begriff. Wenn es auch nicht möglich gewesen ist, lebende Pflanzen nach Westen zu bringen, Samen wären alleweil möglich.
Wir sollten z.B. auch mehr über indische, persische, arabische und byzantinische Quellen wissen!
Einige weitere Hypothesen:
- Zentifolien sind nicht in Holland entstanden, sondern sind mit der Handelsbeziehung der Dutch East India Companie von Indien eingeführt, und in Holland weitergezüchtet worden
- Rose Edouard, die Stammform der Bourbon-Rosen, entstand nicht auf der Bourbon-Insel (Réunion), sondern wurde von Franzosen aus dem Gebiet des Französisch-Indien (Ostküste von Indien um Pondicherry) eingeführt. Die Rosen stammen ursprünglich aus dem Mughal-Imperium im Norden von Indien.
- China-Rosen waren an den Königshöfen von Iran und Indien wohlbekannt.
- Marco Polo hat nicht nur Nudeln nach Italien gebracht, sondern auch Samen von Rosen.
usw, usw.
Wenn man die eurozentrische Betrachtungsweise ablegt, ergeben sich interessante neue Aspekte...
