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Schadet weißer Zucker den Bienen?
Martin
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Themen: 101
Registriert seit: 08 2011
#7
24.01.14, 21:22
(24.01.14, 14:13)christian t schrieb:  Hier im Forum muß es doch noch mehr Imker geben? Was haben die anderen für Erfahrungen gemacht?

Hallo Christian,

Natürlich gibt es hier noch einige Imker. Auch ich gehöre dazu. Ich füttere meine Bienen aber nicht mit Zuckerwasser (wie einst mein Onkel), sondern mit Sirup, das meines Wissens auf Weizenbasis hergestellt wird. Ich hab nur einmal für eine Notfütterung Zucker in Wasser aufgelöst. Natürlich ist eingelagerter Honig das beste Winterfutter für Bienen (von Waldhonig abgesehen), aber als Imker will ich ja auch was von deren Ernte abhaben. Ich arbeite ja mit einem System, das in meiner Region eher selten ist: Dadant. Die Honigräume, die ich komplett abräume, sind für mich, den Honig, den die Bienen im Brutraum eingelagert haben, belasse ich im Volk, ergänzt durch erwähntes Futtersirup.

Bienenweidepflanzen anzubauen macht natürlich Sinn, mache ich auch im kleinen Maßstab im Garten. Brisant wird es allerdings, wenn ein ganzer Acker mit Phacelia neben Bienenvölkern steht, weil der Nachbar-Biobauer Gründüngung anbaut. Phacelia ist ein solch hervorragender Pollenspender, daß die Bienen bei einem Überangebot alle ihre Waben mit Phacelia vollstopfen und die Königin dann keine leeren Zellen mehr findet, um Eier abzulegen. So werden Bienenvölker durch Pollenüberversorgung geschwächt, weil die Eier, die nicht gelegt werden können eben auch keine Bienen hervorbringen, die dann die wegsterbenden Flugbienen ersetzen können.
Für alle Bienen (Honig- und Wildbienen) am besten ist eine Vielfalt blühender Pflanzen. Monokulturen oder auch des Imkers Winterfütterung sind immer zweite Wahl. Das ist so, als wenn wir uns einseitig ernähren würden. Immer nur bei M@cDon. essen macht zwar satt, ist aber auf Dauer gesundheitsschädlich (siehe Film "Supersize me"). Genauso ist es bei den Bienen.
Die globale Honigmassenproduktion ist nur deshalb möglich, weil eben Millionen Bienenvölker von einer Monokultur in die nächste gebracht werden, alle Monokulturen chemieintensiv sind und sich das Gift in den Bienen anreichert, die dann irgendwann draufgehen. Kein Wunder, daß jährlich so viele Völker draufgehen, daß die Medien das Bienensterben regelmäßig thematisieren.

Aber jetzt bin ich abgeschweift: Natürlich geht es den Bienen langfristig mit Honig besser, als mit Ersatzfutter, wenn der Honig aus vielfältigen Blütenquellen stammt. Waldhonig dagegen, der aus den Ausscheidungen verschiedener Blattlausarten besteht, ist für Bienen gefährlich, vor allem wenn es Melizitose-Honig ist, der so schnell hart wird, daß sie ihn nicht mehr aus den Waben rausbekommen (deshalb auch Zementhonig genannt, läßt sich auch nicht schleudern).

Liebe Grüße,

Martin
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Schadet weißer Zucker den Bienen? - von christian t - 21.01.14, 23:30
RE: Schadet weißer Zucker den Bienen? - von vanda - 22.01.14, 21:07
RE: Schadet weißer Zucker den Bienen? - von christian t - 24.01.14, 14:13
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