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Schnelle Brioche - Druckversion

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Schnelle Brioche - Cornelssen - 26.10.20

Klassisch braucht die Brioche so um die drei Tage, bis man sie auf den Tisch bringen kann. "Schnell" ist also relativ. Ich hatte Hefe ausgefroren, weil das Brot zu Ende ging, dann echt gutes und ziemlich teures Brot altbacken und sehr preiswert im Supermarkt erwischt und aufs Backen verzichtet. Aber die Hefe musste nach dem Auftauen dringend verbraucht werden.

Das aufgebackene Brot war ein schweres, dunkles Vollkornbrot. Als Ergänzung ein helles Brot am Sonntag auf dem Frühstückstisch wäre nicht schlecht, dachte ich und ging ans Werk. Im Kühlschrank störte schon seit Wochen eine halbe Packung Margarine (250g), die Tochter bei mir abgeladen hatte. Brot kann man damit nicht backen - aber Brioche? Allerdings war schon Samstag und eigentlich muss der Briocheteig länger reifen. Die Hefe war auch ein bißchen viel - also eher den Teig strecken, dachte ich und fing an:

1 Würfel Hefe in
1 Becher Milch auflösen. In der Rührschüssel vermischen mit
150g Zucker und
5 Eiern

Creme gut durchschlagen und zwischenzeitlich die Margarine - besser Butter - schmelzen lassen und
250g flüssige Butter/Margarine/Rapsöl zugeben. Außerdem
1 gestrichenen (knapp) TL Salz und
250 feines helles Mehl (Dinkel oder Weizen, 1040er Mahlung), sowie
1 Prise Muskatnuss.

Den zähflüssigen Teig nun mit feinem Mehl anreichern: ca 350g Mehl, gut verkneten und gehen lassen. Sollte der Teig zu fest werden, etwas Milch oder Öl zugeben. Er sollte ziemlich dickflüssig bleiben. Ruhen lassen bis zum nächsten Morgen.

Backofen anheizen auf 180° Umluft, den Teig nochmals durchschlagen und, falls er sehr hefig riecht, mit Mehl und u.U. wenig Milch etwas strecken, je nach Menge in eine große oder zwei mittelgroße Kastenformen füllen und ca 30 Minuten backen. Nadelprobe machen. Das warme Backstück in dicke Scheiben schneiden (knapp 2cm, dünner brechen die Scheiben) und noch warm zum Frühstück servieren. Für ausreichend Marmelade und milden Käse sorgen.

:devil: Gute Übung im Maßhalten mit Kalorien. :tongue1:

Inse


RE: Schnelle Brioche - Luna - 26.10.20

(26.10.20, 19:51)Cornelssen schrieb:  Klassisch braucht die Brioche so um die drei Tage, bis man sie auf den Tisch bringen kann.
Inse

Warum braucht eine Brioche 3 Tage?
Quelle zum Link: Wikip*dia

Ich nehme
500 g Mehl
1 Würfel Frischhefe (42 g) dazu 1 Esslöffel Zucker um die Hefe aufzulösen
100 ml Milch lauwarm
45 g Zucker
3 Eier
0.5 Teelöffel Salz
200 g Butter weich
Daraus knete ich lange (ca 30 Minuten) einen schönen geschmeidigen Hefeteig
Den lasse ich über Nacht im Kühlschrank gären

Daraus forme ich die typischen Brioche, lasse sie nochmals gut 30 Minuten gehen, bestreiche sie rasch mit einer Mischung aus 1 Eigelb und 1 Esslöffel Milch bevor sie für 15 -20 Minuten in den Ofen gehen.


RE: Schnelle Brioche - Cornelssen - 26.10.20

In den Rezepten, die ich bislang (auch aus Frankreich) kannte, hat man den Teig einen Tag gehen/ruhen lassen, dann nochmal gut durchgeknetet und nochmal einen Tag gehen/ruhen lassen, ehe man die Brioche geformt und in den Ofen geschoben hat. Was Du beschreibst, kenne ich als "Hefezopf".

Die Konsistenz meiner "schnellen" Brioche hat mich echt überrascht. Ich hatte nämlich gerade eine gekauft, von der aber nur noch ein Endstückchen vorhanden war: beide waren gleich fluffig und schmeckten ekelhaft verführerisch. Unterschiede gabs in der Form (meine war im Kasten gebacken) und bei der Kruste: meine hatte oben eine, weil ich sie nicht mit Eigelb-Milch-Gemisch bepinselt hatte, die gekaufte nicht. Die hatte eine genauso braune Haut. Daher die Bezeichnung Brioche. Der hohe Fettgehalt und die vielen Eier gehören natürlich auch dazu.

Bei der "normalen" Brioche war mir oft die lange Rumsteherei in der Schüssel zuviel. Außerdem kämpfe ich ja seit dieser verflixten Östrogen-Behandlung nach der Krebs-OP ständig und nur halb erfolgreich mit meinem Gewicht, weshalb ich trotz aller Lust darauf um solches Gebäck lieber einen Bogen mache - mit Ausnahmen. Diesmal war der Anlass der lästige Margarinepott, der im Kühlschrank störte. Normalerweise benutze ich keine Margarine.

Inse


RE: Schnelle Brioche - Unkrautaufesserin - 27.10.20

Margarine verwende ich grundsätzlich nicht. Die allermeisten sind zum überwiegenden Teil aus Palmfett, was einen sehr negativen Einfluß auf Darmflora und Cholesterinspiegel hat.

Hätte ich Zugang zu Margarine aus Baumwollkernen, würde ich diese überwiegend verwenden. Die enthaltenen Fettsäuren sind ähnlich gesund wie Leinöl, nur geschmacksneutral. Aber die richtig guten Sachen teilen die Amis nicht mit uns.

Hefebrot backe ich meistens als Blitzteig, mit warmen Zutaten und am warmen Ort in einer halben Stunde aufgegangen. Die Konsistenz hängt dann daran, wie lange man geknetet hat.


RE: Schnelle Brioche - Luna - 27.10.20

(26.10.20, 22:57)Cornelssen schrieb:  Was Du beschreibst, kenne ich als "Hefezopf".

Für den Hefezopf wäre zu viel Zucker drin.

Damit ein Hefezopf seine typischen langen Fasern bekommt, schlage ich den Teig mit etwas Schwung nach vorne auf den Tisch.


RE: Schnelle Brioche - Melly - 27.10.20

GG nimmt bei der Brioche nur ca. die Hälfte der angegebenen Hefe. Er faltet den Teig nach dem Kneten mehrfach, bevor dieser ca. 10 Stunden in den Kühlschrank kommt.


RE: Schnelle Brioche - Acinos Arvensis - 27.10.20

mal als backungeübte eine dumme frage - ließe sich der fettanteil nicht mit etwas quark abpuffern? oder wird das dann nix mehr?


RE: Schnelle Brioche - Cornelssen - 27.10.20

Anni, das wird schon was, - aber eben keine Brioche...

Nach einer gekauften udn einer selbst produzierten Brioche ist bei uns jetzt der Heißhunger gestillt - und die zweite Briioche wartet geduldig darauf, aufgebacken und verspiesen zu werden. Wird schon: Sohn hat beschlossen, angesichts der rasant steigenden Infektionszahlen seine Arbeiten ausshcließlich per Computer und Telefon zu erledigen. Nach Berlin fährt er vorerst nicht mehr. Gut. Aber dann muss er zum Einkaufen mitkommen. Jetzt muss ich schließlich wieder voll kochen...

Inse