19.12.11, 20:14
Das ist ja richtig eskaliert, seit ich das letztemal hier war... Mir erschienen die Palmen und Bambusse ja auch nicht für einen hiesigen Naturgarten passend, auch wenn ich die exotische Optik durchaus apart finde. Aber... allergisch reagiere ich allenfalls auf grüne Englischrasen-Thuja-Wüsten, die zumeist einfalls- und lieblos gestaltet jegliches Empfinden für die Natur vermissen lassen.
Viele Hobbygärtner haben ihre Steckenpferde, sammeln im Garten Kakteen oder Rhododendren, hochalpine Pflanzen oder Bonsais. Wenn ich sehe, mit welcher Liebe und Einfühlungsvermögen sie ihre Schützlinge behandeln, wie detailliert sie Bescheid wissen über Name, Herkunft oder notwendige Pflege, kann ich denen keine Vorwürfe machen, nur weil sie Pflanzen anbauen, die bei uns keinerlei ökologischen Wert haben. Dann müsste ich ja genauso die Tomatenanbauer unter uns des Verstosses gegen den Naturgartengedanken bezichtigen, denn Tomaten bringen der hiesigen Natur ebenso wenig wie Bambus, sie schmecken nur besser.
Ach ja, die ganzen Rosenfans unter uns denken auch nicht an einheimische Ökologie, weil in den gefüllten Blüten für Nektar- und Pollensammler kaum was zu holen ist. "So viel verschenktes Potenzial - mit Naturgarten hat das nun wirklich nicht mehr viel zu tun!"
"Und im Frühjahr erfreue ich mich an Tulpen, Narzissen und Prärielilien - alle zwar nicht heimisch, aber durch ihren Pollen wunderbare Nahrungslieferanten für die Insektenwelt."
Äh, Yarrow: Wie sind Deine Beobachtungen? Bei mir gehen Bienen kaum an Tulpen (die in meinem Bienenweide-Buch gar nicht aufgeführt sind), Narzissen haben laut Buch nur einen geringen Nektarwert und einen mittleren Pollenwert und über Prärielilien finde ich gar nichts. Gründe genug für mich als Imker, das Zeug nicht anzupflanzen, weil es keinen imkerischen und kaum einen ökologischen Wert hat.
Also eine Bitte an alle: Die Kirche im Dorf lassen! Die Faszination, die viele von uns für ein Spezialgebiet haben, welches nicht zur heimischen Ökologie passt, ist in meinen Augen dennoch der Schlüssel zu ökologischem Denken. Wer erst mal ein Gefühl für Pflanzen entwickelt hat und die Vielfalt statt des Ertrags zu schätzen weiß, ist nicht verloren....
Liebe Grüße,
Martin, der weiter ökologisch wertlose Tomaten anbauen wird...
Viele Hobbygärtner haben ihre Steckenpferde, sammeln im Garten Kakteen oder Rhododendren, hochalpine Pflanzen oder Bonsais. Wenn ich sehe, mit welcher Liebe und Einfühlungsvermögen sie ihre Schützlinge behandeln, wie detailliert sie Bescheid wissen über Name, Herkunft oder notwendige Pflege, kann ich denen keine Vorwürfe machen, nur weil sie Pflanzen anbauen, die bei uns keinerlei ökologischen Wert haben. Dann müsste ich ja genauso die Tomatenanbauer unter uns des Verstosses gegen den Naturgartengedanken bezichtigen, denn Tomaten bringen der hiesigen Natur ebenso wenig wie Bambus, sie schmecken nur besser.
Ach ja, die ganzen Rosenfans unter uns denken auch nicht an einheimische Ökologie, weil in den gefüllten Blüten für Nektar- und Pollensammler kaum was zu holen ist. "So viel verschenktes Potenzial - mit Naturgarten hat das nun wirklich nicht mehr viel zu tun!"

"Und im Frühjahr erfreue ich mich an Tulpen, Narzissen und Prärielilien - alle zwar nicht heimisch, aber durch ihren Pollen wunderbare Nahrungslieferanten für die Insektenwelt."
Äh, Yarrow: Wie sind Deine Beobachtungen? Bei mir gehen Bienen kaum an Tulpen (die in meinem Bienenweide-Buch gar nicht aufgeführt sind), Narzissen haben laut Buch nur einen geringen Nektarwert und einen mittleren Pollenwert und über Prärielilien finde ich gar nichts. Gründe genug für mich als Imker, das Zeug nicht anzupflanzen, weil es keinen imkerischen und kaum einen ökologischen Wert hat.
Also eine Bitte an alle: Die Kirche im Dorf lassen! Die Faszination, die viele von uns für ein Spezialgebiet haben, welches nicht zur heimischen Ökologie passt, ist in meinen Augen dennoch der Schlüssel zu ökologischem Denken. Wer erst mal ein Gefühl für Pflanzen entwickelt hat und die Vielfalt statt des Ertrags zu schätzen weiß, ist nicht verloren....
Liebe Grüße,
Martin, der weiter ökologisch wertlose Tomaten anbauen wird...
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 19.12.11, 20:16 von Martin.)
