18.08.20, 12:45
Angesichts der diesjährigen Witterung würde ich die Finger von einem Sommerschnitt lassen: die Gefahr, dass der Baum von einem Pilz infiziert wird, wäre mir zu hoch.
Mein kleiner Apfelbaum hat gerade einen Ast "abgegeben": der hatte Rinde verloren und dann fraß sich da ein Pilz breit. Ich beschloss, den Ast zu kürzen und setzte die Säge so an, dass aus dem verbleibenden Astrest noch ein neuer Trieb (war schon da) hätte aufgebaut werden können. Der Baum fand das nicht und warf mit lautem Krachen den kompletten Ast zu Boden, kaum dass ich den ersten Zug tat. Mir blieb nur noch, die Rinde auf der Unterseite direkt am Stamm abzusägen, ehe er sie auch noch vom Stamm reißt. Die Bruchstelle sah sauber aus. Es könnte den Baum gerettet haben. Der trug bislang nur jedes zweite Jahr, lieferte einen sehr haltbaren Winterapfel und zeigte sich stets dankbar für einen besonnenen, nicht zu zaghaften Herbstschnitt. Die Trockenheit 2019 hat ihm sehr stark zugesetzt. Dieses Jahr bekamen meine alten Obstbäume (z.T. über 100 Jahre alt) deshalb ab April einmal pro Monat eine umfängliche Bewässerung. Deutlich ist, dass der Monilia-Befall sich reduziert hat - aber der Pilz ist nach wie vor allgegenwärtig.
An Deiner Stelle würde ich den Herbst abwarten und in einer kühlen Trockenphase den Baum etwas gründlicher/mutiger zurückschneiden - auch auf die Gefahr hin, dass er sich im kommenden Jahr erst mal neu aufbauen muss und wenig trägt. Mein Hundertjähriger bekam nach über zwanzig Jahren Verwahrlosung einen Radikalschnitt (würde ich nicht nochmal zulassen, kostet die Bäume zuviel Kraft), brauchte fünf Jahre, bis er wieder trug, dann aber richtig gut. Die etwa gleich alte Birne habe ich selbst beschnitten: nicht radikal rabiat, aber konsequent über die Jahre im Herbst soviel, wie ich glaubte, dem Baum zumuten zu können: hat geklappt. Zusätzlich bekamen die Bäume, besonders die Birne, Magnesiumkalk gegen den Rost. Problem sind heute nur noch die Spätfröste im Frühjahr und die Fruchtmonilia. Gegen letztere helfen
1. Nacktschnecken, die alles befallene Fallobst auffressen und damit ein Überwintern des Pilzes im Boden stark reduzieren
2. penibles Aufsammeln von Fallobst und Entsorgen der befallenen Teile im RESTMÜLL (!)
Einen Versuch mit Meerrettich hoffe ich, demnächst starten zu können: an die Bäume pflanzen soll helfen.
Inse
Mein kleiner Apfelbaum hat gerade einen Ast "abgegeben": der hatte Rinde verloren und dann fraß sich da ein Pilz breit. Ich beschloss, den Ast zu kürzen und setzte die Säge so an, dass aus dem verbleibenden Astrest noch ein neuer Trieb (war schon da) hätte aufgebaut werden können. Der Baum fand das nicht und warf mit lautem Krachen den kompletten Ast zu Boden, kaum dass ich den ersten Zug tat. Mir blieb nur noch, die Rinde auf der Unterseite direkt am Stamm abzusägen, ehe er sie auch noch vom Stamm reißt. Die Bruchstelle sah sauber aus. Es könnte den Baum gerettet haben. Der trug bislang nur jedes zweite Jahr, lieferte einen sehr haltbaren Winterapfel und zeigte sich stets dankbar für einen besonnenen, nicht zu zaghaften Herbstschnitt. Die Trockenheit 2019 hat ihm sehr stark zugesetzt. Dieses Jahr bekamen meine alten Obstbäume (z.T. über 100 Jahre alt) deshalb ab April einmal pro Monat eine umfängliche Bewässerung. Deutlich ist, dass der Monilia-Befall sich reduziert hat - aber der Pilz ist nach wie vor allgegenwärtig.
An Deiner Stelle würde ich den Herbst abwarten und in einer kühlen Trockenphase den Baum etwas gründlicher/mutiger zurückschneiden - auch auf die Gefahr hin, dass er sich im kommenden Jahr erst mal neu aufbauen muss und wenig trägt. Mein Hundertjähriger bekam nach über zwanzig Jahren Verwahrlosung einen Radikalschnitt (würde ich nicht nochmal zulassen, kostet die Bäume zuviel Kraft), brauchte fünf Jahre, bis er wieder trug, dann aber richtig gut. Die etwa gleich alte Birne habe ich selbst beschnitten: nicht radikal rabiat, aber konsequent über die Jahre im Herbst soviel, wie ich glaubte, dem Baum zumuten zu können: hat geklappt. Zusätzlich bekamen die Bäume, besonders die Birne, Magnesiumkalk gegen den Rost. Problem sind heute nur noch die Spätfröste im Frühjahr und die Fruchtmonilia. Gegen letztere helfen
1. Nacktschnecken, die alles befallene Fallobst auffressen und damit ein Überwintern des Pilzes im Boden stark reduzieren
2. penibles Aufsammeln von Fallobst und Entsorgen der befallenen Teile im RESTMÜLL (!)
Einen Versuch mit Meerrettich hoffe ich, demnächst starten zu können: an die Bäume pflanzen soll helfen.
Inse
