10.04.12, 21:53
Sorten-Verwechslungen gibt es wahrscheinlich seit mit Rosen gehandelt wird...Schon im 19., wenn nicht 18. Jahrhundert haben manche Vermehrer oder Händler ähnliche Sorten verschickt, wenn die eigentlich nachgefragten/bestellten grade nicht lieferbar waren. - Wer läßt sich schon ein Geschäft entgehen und die "dummen Kunden merken´s ja eh nicht"...:-/
Weitere Gründe von Verwechslungen sind Kriege und andere Unruhe-Zeiten. In Sangerhausen z. B. wurden nach dem Krieg viele Rosen als Teil von Reparationszahlungen/Kriegsschädenkompensation ausgegraben und nach Russland gebracht. Andere Sammlungen wurden in Kriegswirren und schweren Nachkriegswirren auch ganz oder teilweise aufgelöst und/oder zerstört, Beschilderungen entfernt und eingeschmolzen, etc pp...
Dazu kommen unfreiwillige Verwechslungen beim von Cordula schon angesprochenen Ausläufertausch, beim Veredeln oder Reiserversand. Im l´âge bleu Rosenpark gibt´s inzwischen auch schon ein paar (zum Glück wenige) Unbekannte, weil noch keine (bezahlbare) Beschilderung starkem Wind und Wetter auf Dauer standgehalten hat.
Die "helle Reine des Violettes" die unter diesem Namen m. W. meist in Umlauf ist, halte ich für eine Bourbon Rose. Mit der remontierenden, dunklen Form (u.a. von Herrn Weingart) hat sie nicht viel Ähnlichkeit.
Blush Hip und Blush Damask kann man kaum verwechseln wenn man beide mal blühend gesehen hat. Allerdings machen beide viele Ausläufer, vielleicht sind sie deshalb irgendwo durcheinander geraten und dann unter falschem Namen in Rosenschulen aufgetaucht und durch sie weiter verbreitet worden.
Daß die Rosenschulen nicht gleich jede Entdeckung der Rosenszene mit Begeisterung aufnehmen und fehletikettierte Sorten sofort in Katalogen und shops umbenennen kann ich in gewisser Weise auch verstehen: Kunden, die eine Rose irgendwo unter dem inzwischen als falsch bekannten Namen gesehen haben, möchten trotzdem genau diese Pflanze haben. Und wer kauft oder bestellt schon Fundrosen oder solche mit Bezeichnungen wie "falsche Nissen La Noblesse" oder "Rose, die bisher Geschwinds Orden hieß das aber nicht sein kann"? - Da kann allen Beteiligten ganz schnell der Spaß vergehen...
Die Erfahrung zeigt, daß als fehletikettiert erkannte Sorten meist recht schnell aus den Sortimenten verschwinden weil die Nachfrage danach rapide nachläßt: Die meisten Gartenbesitzer möchten "richtige" Rosen, an die sie "richtige" Namensschilder stecken können, Kuckuckseier sind unbeliebt...Das ist aber sehr, sehr schade für viele eigentlich tolle Sorten, die eben das Pech hatten, irgendwo "unterwegs" in der Geschichte ihre echte Identität verloren zu haben :-/
Daher plädiere ich dafür, den bisher üblichen, aber nun falschen Namen wenigstens in Anführungszeichen beizubehalten. - Dann wissen alle, welche Sorte gemeint ist und sie hat zumindest eine kleine Chance, weiterhin im Handel zu bleiben.
Weitere Gründe von Verwechslungen sind Kriege und andere Unruhe-Zeiten. In Sangerhausen z. B. wurden nach dem Krieg viele Rosen als Teil von Reparationszahlungen/Kriegsschädenkompensation ausgegraben und nach Russland gebracht. Andere Sammlungen wurden in Kriegswirren und schweren Nachkriegswirren auch ganz oder teilweise aufgelöst und/oder zerstört, Beschilderungen entfernt und eingeschmolzen, etc pp...
Dazu kommen unfreiwillige Verwechslungen beim von Cordula schon angesprochenen Ausläufertausch, beim Veredeln oder Reiserversand. Im l´âge bleu Rosenpark gibt´s inzwischen auch schon ein paar (zum Glück wenige) Unbekannte, weil noch keine (bezahlbare) Beschilderung starkem Wind und Wetter auf Dauer standgehalten hat.
Die "helle Reine des Violettes" die unter diesem Namen m. W. meist in Umlauf ist, halte ich für eine Bourbon Rose. Mit der remontierenden, dunklen Form (u.a. von Herrn Weingart) hat sie nicht viel Ähnlichkeit.
Blush Hip und Blush Damask kann man kaum verwechseln wenn man beide mal blühend gesehen hat. Allerdings machen beide viele Ausläufer, vielleicht sind sie deshalb irgendwo durcheinander geraten und dann unter falschem Namen in Rosenschulen aufgetaucht und durch sie weiter verbreitet worden.
Daß die Rosenschulen nicht gleich jede Entdeckung der Rosenszene mit Begeisterung aufnehmen und fehletikettierte Sorten sofort in Katalogen und shops umbenennen kann ich in gewisser Weise auch verstehen: Kunden, die eine Rose irgendwo unter dem inzwischen als falsch bekannten Namen gesehen haben, möchten trotzdem genau diese Pflanze haben. Und wer kauft oder bestellt schon Fundrosen oder solche mit Bezeichnungen wie "falsche Nissen La Noblesse" oder "Rose, die bisher Geschwinds Orden hieß das aber nicht sein kann"? - Da kann allen Beteiligten ganz schnell der Spaß vergehen...
Die Erfahrung zeigt, daß als fehletikettiert erkannte Sorten meist recht schnell aus den Sortimenten verschwinden weil die Nachfrage danach rapide nachläßt: Die meisten Gartenbesitzer möchten "richtige" Rosen, an die sie "richtige" Namensschilder stecken können, Kuckuckseier sind unbeliebt...Das ist aber sehr, sehr schade für viele eigentlich tolle Sorten, die eben das Pech hatten, irgendwo "unterwegs" in der Geschichte ihre echte Identität verloren zu haben :-/
Daher plädiere ich dafür, den bisher üblichen, aber nun falschen Namen wenigstens in Anführungszeichen beizubehalten. - Dann wissen alle, welche Sorte gemeint ist und sie hat zumindest eine kleine Chance, weiterhin im Handel zu bleiben.
