10.06.13, 16:14
(10.06.13, 15:54)Brigitte schrieb: Das heißt nicht, daß es überhaupt nicht hilft, sondern daß es im Moment niemanden rettet.
Brigitte, das habe ich auch so verstanden. Und ich habe auch verstanden, dass da irgendeine seltsame Art von "Wettpinkeln"
zwischen Geldspenden und politischem Engagement stattgefunden hat. Aber trotzdem lasse ich sowas nicht stehen, denn das mit den mitteleuropäischen Gutmenschen, die einen miniklitzekleinen Teil des Wohlstands, den sie durch Ausbeutung anderer erworben haben (als Teil des Gesellschafts-/Wirtschaftssystems, nicht als Einzelpersonen), dann ach so großherzig an genau die Ausgebeuteten spenden, das ist für mich ein absolutes Reizthema.Es wundert mich andererseits auch, wie sich z.B. über den Kaviar und die Störe aufgeregt wird, aber nicht z.B. über Meeresfische, die hier bei uns verzehrt werden, nachdem sie mit dem Flugzeug von sonstwoher transportiert wurden. Aber vielleicht hängt das ja auch ein bisschen mit dem Gefühl des "Elitären" zusammen? Jedenfalls haben diese Beiträge schon des öfteren solche Reaktionen provoziert, die bei "normalen" Essensbeiträgen nicht kommen.
Es ist insgesamt kein einfaches Thema: Ich verzichte seit vielen Jahren komplett auf meinen heißgeliebten Kabeljau, aber das macht mich nicht zu einem besseren Menschen. Ich verbreche definitiv noch genug andere Sachen, sei es aus Gier, aus Bequemlichkeit, aus Unwissenheit oder warum auch immer.
Mein eigener Verzicht auf Meeresfische gibt mir kein Recht, sie anderen "madig" zu machen. Aber habe ich die Pflicht, andere auf das Problem aufmerksam zu machen, wenn es mir schonmal bewusst ist?

