18.03.14, 10:45
mir hat mal jemand gesagt, wenn man bäumchen aus wildwuchs umsetzen will, sollte man unbedingt die himmelsrichtung merken , denn sonst tun sich die kleinen kerlchen zu schwer mit dem eingewöhnen
Wer früh aufstihd frißt si orm
Wer lang lingbläbt steggt schö worm
Lady Prunella


- aber mit etwas Zuwendung schaffen sie es auch anders: mir hat jemand aus der Nachbarschaft vor drei Jahren zwei Mirabellenwildlinge gebracht - von Himmelsrichtung keine Ahnung, nur irgendwie aus der Wiese rausgerupft und angeboten: sind zwei schöne Bäume geworden, die seit heute wieder prächtig blühen. Hoffentlich kommt kein Frost über den Fruchtansatz ... 
für den neuen Standort zu beachten. Aber es sind nur wenige Arten die ein merkliches Problem damit haben wenn sie gedreht werden. Viel wichtiger ist, beim Pflanzen oben und unten nicht zu verwechseln! 
Was wir über Jahrhunderte mit unseren dämlichen Monokulturen mit einem Überbestand an Schalen- und Schwarzwild angerichtet haben, fällt uns jetzt so richtig auf die Füße. Wälder können sich nicht mehr verjüngen, es gibt oft nur eine Baumart in den Beständen, die im schlimmsten Fall in der Gegend ursprünglich gar nicht heimisch ist. Wo der Wahnwitz erkannt wurde, wird nun hektisch zurück gerudert, zurück zu Mischwäldern und einem angemessenen Wildbestand. Am störrischsten sind die Herren Jäger: Wer Wald zu Jagdzwecken pachtet, will auch viel Wild drinnen haben. Kurzfristig gedacht, ist das ja legitim. Langfristig wird wohl sein Nachfolger Wüstenmäuse oder Feldhasen schießen weil der Wald vergreist und sich nicht regeneriert. Jaja, was heute vermeintlich wie ein gesunder Wald aussieht ist in Wahrheit die Wüste von Morgen.
Das müssen wir mal bei nem Bierchen weiter diskutieren!

(da kann ich schon froh sein, wenn ich Bücher von Storl finde.)
Der Buntspecht brütet bei uns in einem uralten Birnbaum. Ich lasse die Stämme stehen wenn sie hohl sind, fallen die Bäume um, entscheide ich ob sie stören oder ich das Holz brauche. Geht es, bleiben sie liegen, werden etwas zurechtgestutzt, den Rest erledigen Waldameise und Co. innerhalb einiger Jahre bis Jahrzehnte. Es gibt ja Leute die behaupten man schleppe sich Krankheiten in die noch intakten Obstbäume wenn man die alten nicht sofort wegräumt. Wäre das wirklich so, gäbe es längst keine Bäume mehr denn wer räumt im Wald die alten Bäume sofort weg wenn sie sterben?
