14.01.15, 23:21

Wie es scheint, ist von Dux mal wieder ein Fortschritt zu vermelden und ich weiß nicht, ob da zwei Ereignisse zusammenhängen oder nicht, deshalb erzähle ich beide:
Gestern zog es sich nachmittags plötzlich zu und wurde schnell duster. Also ging ich raus und sammelte die Katzen ein. Tigra kam sofort und ohne Anstände. Rosi zickte mal wieder. Also brachte ich Tigra ins Wohnzimmer, Dux folgte, ich ging wieder raus - durch die Küche, schloss die Tür hinter mir, schloss auch die Küchentür, damit mir nur ja kein Viech auskommt und ging ganz nach hinten in den Garten: der ist ja 100m lang. Dort dämmerte Rosi, dass es sinnvoll sein könnte, keine weiteren Zicken zu machen. Sie strich durch die Büsche nach vorn, verschwand in der Veranda: Tür zu. Dann Küchentür öffnen, Rosi geht rein. Küchentür zu. Wohnzimmertür auf. Rosi verschwindet im OG. Ich gehe raus in den Hof und schließe die Tür zum Garten: Feierabend. Das war so kurz nach 16 Uhr.
Kurz nach den Nachrichten, also etwa 4 Stunden später fiel mir auf, dass der Hund nicht im Wohnzimmer war. Hund suchen: Hund nicht im Haus. Raus in den Hof: Hund nicht im Hof. Nochmal im Haus suchen: nichts. "Dann kann er nur im Garten sein," schlussfolgert Sohn. Ich also raus an die Tür zum Garten: da steht ein fiepender Dux, der nur gaaaanz schnell bitte durch die Tür zu mir möchte und mich begrüßt als ich sei ich die verlorene Tochter.
Heute früh fiel mir ein Zehennagel auf, den ich mit der Schere gekürzt hatte und der zu scharfkantig war. Also hole ich mein Pflegeset, schließe den Apparat an während Dux direkt neben mir liegt und sich putzt, stöpsele das passende Kopfteil ein, schalte den Apparat an und schleife den Zehennagel ab. Hund liegt neben mir, nimmt keine Notiz von dem surrenden Apparat und putzt sich weiter - als wäre nichts, - völlig gelassen und unbeeindruckt. Vor ein paar Wochen, als ich das Gerät zuletzt benutzt habe, ist er noch panisch aus dem Zimmer geflüchtet. Am Mittag habe ich dann die Fernsteuerung des TV hochgenommen - bisher auch ein Angstauslöser bei ihm - und habe so getan, als sei es ein Fotoapparat und ich wolle ihn fotographieren: er hockte aufrecht, schwanzwedelnd vor mir und schaute mich gespannt an: keine Spur von Irritation.
Und dann:Beim Spaziergang trafen wir auf eine Frau mit einem fast schneeweißen Bernhardiner, 2 Jahre alt und total verspielt. Sie ließ ihren Hund von der Leine, Dux lief bereits frei und beide Hunde tollten vergnügt und komplikationslos den Weg entlang. Irgendwann bedeutete Dux dann dem Rüden Cindy (!), dass er nicht so aufdringlich und grob spielen möge, der akzeptierte und die Zwei genossen weiter den Ausflug mit Seitensprüngen in die Matschpfützen der Wiesen und die aufgeweichten Pferdeäppel, in denen sie sich ausgiebig suhlten. Chorus der Frauchen: "Ihr Ferkel! Pfui!" Verständnislose Blicke. Bislang ließ Dux jeden Hund nach ein paar Metern stehen und ging alleine seines Wegs.
Geschichte am Rande: die Frau sprach gebrochenes Deutsch, redete aber wie ein Wasserfall und erzählte schließlich - auch unaufgefordert - ein Stück aus ihrer Geschichte: Türkin vom Schwarzen Meer, als Kind zwangsverheiratet. Als junge Frau hat sie sich scheiden lassen und ging nach Deutschland: die Kinder musste sie beim Vater in der Türkei zurücklassen und hat erst seit ein paar Jahren wieder Kontakt zu ihnen. In Deutschland ist sie seit 31 Jahren verheiratet und bekam den Hund vom deutschen Ehemann geschenkt, als sie in Rente ging - und seit einem Jahr geht sie mit dem Hund jeden Sonntag in die Hundeschule. Ergebnis: wenn er Leckerchen in ihrer Hand sieht, macht er ganz brav "Sitz". Ansonsten hält sie ihn lieber an der Leine, weil er nicht hört - er ist ja noch so jung ...

Inse
