05.07.19, 20:54
Hach, ist das schön in diesem Thread!
Ja, Gerado, ich habe sogar ganz viele Zaunrüben -- eben wegen der Sandbienen. Ich habe sogar die Nachbarin infiziert, dass sie sie stehenlässt und nicht ausrupft. Leider finden die Sandbienen keinen Ort bei mir, wo sie sich in der Erde häuslich einrichten können - aber zumindest finden sie Futter.
Und dies hier finde ich so schön, was Du geschrieben hast, Sayes:
Ich habe hier auch so einen 'klasse' Nachbarn ( zur anderen Seite) , der die Grashalme mit dem Zentimetermaß nachmisst. Ich möchte nicht wissen, was der über MEINEN Garten im Ort zu berichten weiß...
Was mich aber viel mehr stört, mal ganz offen gesprochen, sind diese "Steingärten", die ich inzwischen überall sehe.
Jeder, der etwas auf sich hält, MUSS offenbar gestreute Steine ( zumindest) im Vorgarten haben. Hinten gibt es dann wunderbar glatte Rasenflächen, auch wieder mit Steinen umgeben sind, diesmal mit gelegtem Pflaster. Zur Gartenbegrenzung eigenen sich dann diese Gabionen, diese Drahtkäfige, in denen grober Schotter eingesperrt ist.
Und die Beete im Hintergarten sind sorgsam bestreut mit Rindenmulch oder Holzhäckseln. Ich bin sicher, ich gehe nicht fehl in der Annahme, dass nicht nur unter den Steinen, sondern auch unter Rindenmulch und Holzhäckseln Plastikfolie liegt, denn die Beetbepflanzung lässt darauf schließen: Loch in die Folie- Konifere rein- Feierabend.
Am allerschlimmsten finde ich aber diese Vorgärten, die hier in der Warburger Börde sehr groß und weit sind.
Neben der Plattierung, die zum Hauseingang führt, findet man großflächig alle nur erdenklichen Steinarten, in hellgrau und dunkelgrau, antrazit, sehr selten Kiesel, oftmals gebrochene Steintrümmer, aber in Mustern gelegt. Und die Muster sind wieder von Plattierung umgeben. Aus dieser Steinwüste ragen einzelne harte Pflanzen: in Spiralform geschnittene Koniferen, Gräser, Kirschlorbeer; oftmals werden auch nur dekorative Steine hochkannt gestellt, oder ein steinerner Brunnen plätschert, begleitet von einer Schale, in der um diese Jahreszeit oftmals blühende Pelargonien sitzen. Ein Farbtupfer!
Leute, immer wenn ich sowas sehe - und ich sehe das oft, gehe ja täglich mit dem Hund - muss ich an Friedhof denken. Ich habe dann den starken Eindruck, diese Leute ( und es werden immer mehr!) haben sich schon zu Lebzeiten ihren Friedhof in den Garten geholt. Ich kann den Gedanken auch nicht abschalten, nachdem er sich einmal festgesetzt hat.
Ich stehe vor den Gabionen, vor der Plattierung, vor den Mustern aus gebrochenen Steinen und empfinde: Friedhof.
Eigentlich ist das furchtbar, bei jedem zweiten Garten "Friedhof" denken zu müssen.
Keine lebenden Tiere - alles tot. Und die Hausbewohner finden das auch noch schön!!!!
Es würde vermutlich auch niemand verstehen, wenn ich an ihre aufgestellten Hochkantsteine - die wirklich wie Grabsteine oder wie abgebrochene Riesenzähne aus dem Grau herausragen - einen Zettel hängen würde, mit der Aufschrift: "Hier ruht - im Geiste- Familie Sowieso". Würde keiner begreifen. Deshalb lasse ich es - und ertrage täglich meinen Zorn.
Ich müsste vermutlich einen Infozettel anfertigen, und etwas über Bodenversiegelung schreiben, die Auswirkungen auf unser Klima und über den Tod der Insekten.
Mal gucken, vielleicht mache ich das tatsächlich. Einen gaaanz netten, ansprechenden Zettel! Mit buntem Foto!
Muss mir nur überlegen, wie ich unterschreibe. Vielleicht kann ich mich an NABU dranhängen, und die als Adresse mit angeben. In Hofgeismar gibt es eine aktive Nabugruppe.
LG
Anjoli
Ja, Gerado, ich habe sogar ganz viele Zaunrüben -- eben wegen der Sandbienen. Ich habe sogar die Nachbarin infiziert, dass sie sie stehenlässt und nicht ausrupft. Leider finden die Sandbienen keinen Ort bei mir, wo sie sich in der Erde häuslich einrichten können - aber zumindest finden sie Futter.
Und dies hier finde ich so schön, was Du geschrieben hast, Sayes:
Zitat:
"...der Garten ist immer ein Spiegel der Seele. Wenn im Garten klein Platz ist für Freiheit und Leben, ist er auch nicht im Kopf und im Herzen."
Ich habe hier auch so einen 'klasse' Nachbarn ( zur anderen Seite) , der die Grashalme mit dem Zentimetermaß nachmisst. Ich möchte nicht wissen, was der über MEINEN Garten im Ort zu berichten weiß...
Was mich aber viel mehr stört, mal ganz offen gesprochen, sind diese "Steingärten", die ich inzwischen überall sehe.
Jeder, der etwas auf sich hält, MUSS offenbar gestreute Steine ( zumindest) im Vorgarten haben. Hinten gibt es dann wunderbar glatte Rasenflächen, auch wieder mit Steinen umgeben sind, diesmal mit gelegtem Pflaster. Zur Gartenbegrenzung eigenen sich dann diese Gabionen, diese Drahtkäfige, in denen grober Schotter eingesperrt ist.
Und die Beete im Hintergarten sind sorgsam bestreut mit Rindenmulch oder Holzhäckseln. Ich bin sicher, ich gehe nicht fehl in der Annahme, dass nicht nur unter den Steinen, sondern auch unter Rindenmulch und Holzhäckseln Plastikfolie liegt, denn die Beetbepflanzung lässt darauf schließen: Loch in die Folie- Konifere rein- Feierabend.
Am allerschlimmsten finde ich aber diese Vorgärten, die hier in der Warburger Börde sehr groß und weit sind.
Neben der Plattierung, die zum Hauseingang führt, findet man großflächig alle nur erdenklichen Steinarten, in hellgrau und dunkelgrau, antrazit, sehr selten Kiesel, oftmals gebrochene Steintrümmer, aber in Mustern gelegt. Und die Muster sind wieder von Plattierung umgeben. Aus dieser Steinwüste ragen einzelne harte Pflanzen: in Spiralform geschnittene Koniferen, Gräser, Kirschlorbeer; oftmals werden auch nur dekorative Steine hochkannt gestellt, oder ein steinerner Brunnen plätschert, begleitet von einer Schale, in der um diese Jahreszeit oftmals blühende Pelargonien sitzen. Ein Farbtupfer!
Leute, immer wenn ich sowas sehe - und ich sehe das oft, gehe ja täglich mit dem Hund - muss ich an Friedhof denken. Ich habe dann den starken Eindruck, diese Leute ( und es werden immer mehr!) haben sich schon zu Lebzeiten ihren Friedhof in den Garten geholt. Ich kann den Gedanken auch nicht abschalten, nachdem er sich einmal festgesetzt hat.
Ich stehe vor den Gabionen, vor der Plattierung, vor den Mustern aus gebrochenen Steinen und empfinde: Friedhof.
Eigentlich ist das furchtbar, bei jedem zweiten Garten "Friedhof" denken zu müssen.
Keine lebenden Tiere - alles tot. Und die Hausbewohner finden das auch noch schön!!!!
Es würde vermutlich auch niemand verstehen, wenn ich an ihre aufgestellten Hochkantsteine - die wirklich wie Grabsteine oder wie abgebrochene Riesenzähne aus dem Grau herausragen - einen Zettel hängen würde, mit der Aufschrift: "Hier ruht - im Geiste- Familie Sowieso". Würde keiner begreifen. Deshalb lasse ich es - und ertrage täglich meinen Zorn.
Ich müsste vermutlich einen Infozettel anfertigen, und etwas über Bodenversiegelung schreiben, die Auswirkungen auf unser Klima und über den Tod der Insekten.
Mal gucken, vielleicht mache ich das tatsächlich. Einen gaaanz netten, ansprechenden Zettel! Mit buntem Foto!
Muss mir nur überlegen, wie ich unterschreibe. Vielleicht kann ich mich an NABU dranhängen, und die als Adresse mit angeben. In Hofgeismar gibt es eine aktive Nabugruppe.
LG
Anjoli
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 05.07.19, 21:04 von Anjoli.)

