02.06.13, 12:50
Danke der Nachfrage. Dux lebt sich ein. Ab und zu habe ich ja auch schon berichtet - wenn auch in anderen Strängen.
* Panikanfälle hatte er inzwischen nicht mehr. Aber das kann daran liegen, dass dieser Marderschreck aus der Umgebung verschwunden ist.
* Beißereien hatte er auch keine mehr: beide bisswütige Tölen werden inzwischen von ihm fast völlig ignoriert. Ein leises, entschiedenes "Nein!" genügt und er geht weiter, wirft aber noch im Vorbeigehen einen verstohlenen Blick auf den anderen Hund.
* Den beiden Katzen gegenüber wird er manchmal etwas zu mutig/dreist. Sie dürfen nicht an sein Futter, er versucht aber zunehmend, ihnen das Futter wegzufressen. Besonders Rosi reagiert darauf keineswegs eingeschüchtert. Piercings hat sie ihm noch nicht verpasst, aber ein paar blutige Kratzer hat er sich schon eingefangen. Er revangiert sich mit Beißversuchen. Rosi faucht daraufhin und fährt ihre Krallen aus, dass er sich denn doch lieber zurückzieht - will sagen: ich muss mich da i.d.R. nicht einmischen.
* Tigra verwechselt ihn manchmal noch mit dem Hundele und will sich schmusend an ihm reiben. Ihn freut das, aber dann riecht sie, dass er nicht das Hundele ist und springt erschrocken weg. Motto: "Huch! Dich hab ich doch gar nicht gemeint!"
* Mit meiner Enkelin hat er nach wie vor viel Geduld, macht aber deutliche Ansagen, wenn sie ihm zu aufdringlich wird. Sie lernt, allerdings ungern, das zu respektieren. Gestern mochte sie seine Leine nicht loslassen, als ihre Mama und ich vom Einkaufen kamen. Vater und Onkel riefen ihr zu: "Lass den Hund los!" Nö. Folge: sie flog die Treppe runter - mit Leine und Hund dran. Schlimm, dass Erwachsene so oft Recht haben!
* Gewitter ist (und bleibt wohl) ein Schreckensthema. Habe gerade gesehen, dass ich dazu einen schon geschriebenen Eintrag verbaselt habe: meine kleine Hündin konnte ich zeitlebens nicht an Gewitter gewöhnen - bei aller Liebe nicht. Da half nichts. Das dürfte bei ihm genauso sein: er verkriecht sich entweder zitternd unter mein Bett oder klebt zitternd an mir, wenn es draußen blitzt und kracht - und er spürt Gewitter heraufziehen. Er signalisiert sie schon etwa 15 Minuten vorher.
* Gehorchen: er will mir gefallen, also tut er mir viele Gefallen. Aber gehorchen? Womöglich aufs Wort? Zumutung, der man sich zuweilen zögerlich fügt. Ich habe herausgefunden, dass er auf verbale Anweisungen eher negativ reagiert: "Komm!" oder "Hier!" quittiert er mit Hinlegen und kauernd Liegenbleiben. Wenn ich ihm dagegen ein Handzeichen gebe, folgt er meistens sofort. Ich muss mich also völlig umstellen von verbal auf non-verbal, was die Kommunikation mit ihm anlangt. Da bisher meine Stimme die Leine war, an der ich meine Hunde geführt habe, ist das für mich ziemlich schwierig.
Vorgestern hatten wir sowas wie eine Feuerprobe. Am Feldweg befindet sich eine Koppel mit ca 20 Pferden, Unterstellschuppen, Futterplätzen und einem Reitplatz. Seit Jahren versucht sich da eine Frau gelegentlich auf ihrem Pferd, die auch zwei Hunde hat. Meine erste Begegnung mit dieser Tussi liegt schon einige Jahre zurück. Hundele trottete schnuffelnd am Wegrand entlang, ich ging voraus, da stoben zwei laut bellende Hunde über die Wiese auf uns zu, begleitet vom schrillen Rufen ihres Frauchens, das ein trabendes Pferd am Halfter haltend rückwärtsgewandt nach den Hunden rief - und prompt vorwärts auf die Schnauze fiel während ihr Pferd durchging. Dann versuchte sie (mehrmals vergeblich), unentwegt hinter den Hunden herkeifend, das wieder zurückgekehrte Pferd zu besteigen.
Die Hunde hatten inzwischen die Wiese verlassen und meinen Kleinen in die Zange genommen: ein Mischling Marke Giftzwerg und ein Pitbull. Der Mischling verzog sich sofort, als ich ihm den Kopf zuwandte. Der Pit hatte das Nackenfell gesträubt, den Schwanz waagrecht starr ausgestreckt und beroch mein Hundele, das vollkommen unbeweglich dastand. Mir gefiel das gesträubte Nackenhaar ebensowenig wie der starre Schwanz und ich brachte mühsam beherrscht ein nachdrückliches, aber nicht hysterisches "Nein!" hervor. Verwundert schaute der Hund mich daraufhin an und normalisierte sich sekundenschnell. Das Hundele nutzte die Gelegenheit und verkrümelte sich ins Gebüsch. "Gehste jetzt wieder zu Deinem Frauchen? Die ruft nach Dir." Er wedelte freundlich mit dem Schwanz, gesellte sich an meine Seite und begleitete mich. Hundele kam dazu. Wir wanderten zu Dritt den Feldweg lang, wobei mich eine gewisse Beklommenheit nicht verlassen wollte, bis - - -
wir ca 500m weiter an den Graben zwischen Pferdekoppel und Getreidefeld kamen. Da lag quer ein bepacktes Fahrrad und darunter ein kräftiger Mann, der seinen zitternden Terrier ebenfalls zitternd an sich drückte. "I-i-iss d-das I-ihr Hu-und?" fragte er. "Der Große? - nein. Der gehört offenbar einem von den Reitern. Der Kleine gehört zu mir. Warum?" - "Der Große hat uns verfolgt. Deshalb bin ich in den Graben. Gehen Sie noch weiter in die Richtung?" . "Wieso?" - "Wenn Sie zurückgehen würden und der Große Ihnen folgt, dann könnte ich mit meinem Hund weiterfahren, wenn Sie weg sind." - Was soll man da schon machen? "Gut, ich gehe zurück. Aber ich weiß nicht, ob der Große mitkommt. Ich kenn den Hund nicht, habe ihn eben zum ersten Mal gesehen." - "Danke." - "Kommt Ihr beiden?" Sie kamen. Am Eingang zur Koppel verabschiedete sich der Pit und trottete zufrieden zu seinem Kumpel, der kläffend das Pferd anging, auf dem inzwischen das Frauchen tatsächlich draufsaß. Diese "Gruppe" ist mir dann noch zweimal in jenem Sommer begegnet, danach mehrere Jahre lang nicht mehr. Sie hat offenbar ihre Reitzeiten verändert.
Und da ging ich nun mit Dux ohne Leine, mühsam Pfützen umwandernd, den Feldweg entlang, als plötzlich Pit und Giftzwerg angetobt kamen, Frauchen vergebens keifte und der Zwerg sich ganz schnell wieder dünne machte. Aber Dux - was würde er tun? "Nein!" verkündete ich und zwang mich, beiden Hunden den Rücken zuzudrehen und weiter zu gehen, beginnend mit einem leisen: "Dux!" Über die Schulter schaute ich verstohlen zurück. Die beiden waren noch vorsichtig miteinander, aber kein Schwanz wedelte: also keine unmittelbare Gefahr. Ich beschleunigte. Dux kam, Pit lief auf die Wiese zurück. Nichts ist passiert. Uff! Vor vier Wochen hätte sich das vermutlich noch anders entwickelt. Aber er ist ruhiger geworden, wird nicht mehr bei jeder Anmache sofort aggressiv - und Pit hat ihn nicht direkt angemacht, der hat halt nur ein furchterregendes Gebiss - und nach wie vor keinen Appell.
Und noch was ist passiert, das mir nicht wirklich gefällt. Als wir von meiner Tochter nach Hause fahren wollten, ging mein Sohn mit Dux zum Auto und der weigerte sich strikt einzusteigen, weil ich nicht unmittelbar in der Nähe war. Er fängt an sich auf mich zu fixieren und die Bindung zu meinem Sohn nicht zu vertiefen.
Insgesamt: alles entwickelt sich sehr zum Positiven.
Inse
* Panikanfälle hatte er inzwischen nicht mehr. Aber das kann daran liegen, dass dieser Marderschreck aus der Umgebung verschwunden ist.
* Beißereien hatte er auch keine mehr: beide bisswütige Tölen werden inzwischen von ihm fast völlig ignoriert. Ein leises, entschiedenes "Nein!" genügt und er geht weiter, wirft aber noch im Vorbeigehen einen verstohlenen Blick auf den anderen Hund.
* Den beiden Katzen gegenüber wird er manchmal etwas zu mutig/dreist. Sie dürfen nicht an sein Futter, er versucht aber zunehmend, ihnen das Futter wegzufressen. Besonders Rosi reagiert darauf keineswegs eingeschüchtert. Piercings hat sie ihm noch nicht verpasst, aber ein paar blutige Kratzer hat er sich schon eingefangen. Er revangiert sich mit Beißversuchen. Rosi faucht daraufhin und fährt ihre Krallen aus, dass er sich denn doch lieber zurückzieht - will sagen: ich muss mich da i.d.R. nicht einmischen.
* Tigra verwechselt ihn manchmal noch mit dem Hundele und will sich schmusend an ihm reiben. Ihn freut das, aber dann riecht sie, dass er nicht das Hundele ist und springt erschrocken weg. Motto: "Huch! Dich hab ich doch gar nicht gemeint!"
* Mit meiner Enkelin hat er nach wie vor viel Geduld, macht aber deutliche Ansagen, wenn sie ihm zu aufdringlich wird. Sie lernt, allerdings ungern, das zu respektieren. Gestern mochte sie seine Leine nicht loslassen, als ihre Mama und ich vom Einkaufen kamen. Vater und Onkel riefen ihr zu: "Lass den Hund los!" Nö. Folge: sie flog die Treppe runter - mit Leine und Hund dran. Schlimm, dass Erwachsene so oft Recht haben!
* Gewitter ist (und bleibt wohl) ein Schreckensthema. Habe gerade gesehen, dass ich dazu einen schon geschriebenen Eintrag verbaselt habe: meine kleine Hündin konnte ich zeitlebens nicht an Gewitter gewöhnen - bei aller Liebe nicht. Da half nichts. Das dürfte bei ihm genauso sein: er verkriecht sich entweder zitternd unter mein Bett oder klebt zitternd an mir, wenn es draußen blitzt und kracht - und er spürt Gewitter heraufziehen. Er signalisiert sie schon etwa 15 Minuten vorher.
* Gehorchen: er will mir gefallen, also tut er mir viele Gefallen. Aber gehorchen? Womöglich aufs Wort? Zumutung, der man sich zuweilen zögerlich fügt. Ich habe herausgefunden, dass er auf verbale Anweisungen eher negativ reagiert: "Komm!" oder "Hier!" quittiert er mit Hinlegen und kauernd Liegenbleiben. Wenn ich ihm dagegen ein Handzeichen gebe, folgt er meistens sofort. Ich muss mich also völlig umstellen von verbal auf non-verbal, was die Kommunikation mit ihm anlangt. Da bisher meine Stimme die Leine war, an der ich meine Hunde geführt habe, ist das für mich ziemlich schwierig.
Vorgestern hatten wir sowas wie eine Feuerprobe. Am Feldweg befindet sich eine Koppel mit ca 20 Pferden, Unterstellschuppen, Futterplätzen und einem Reitplatz. Seit Jahren versucht sich da eine Frau gelegentlich auf ihrem Pferd, die auch zwei Hunde hat. Meine erste Begegnung mit dieser Tussi liegt schon einige Jahre zurück. Hundele trottete schnuffelnd am Wegrand entlang, ich ging voraus, da stoben zwei laut bellende Hunde über die Wiese auf uns zu, begleitet vom schrillen Rufen ihres Frauchens, das ein trabendes Pferd am Halfter haltend rückwärtsgewandt nach den Hunden rief - und prompt vorwärts auf die Schnauze fiel während ihr Pferd durchging. Dann versuchte sie (mehrmals vergeblich), unentwegt hinter den Hunden herkeifend, das wieder zurückgekehrte Pferd zu besteigen.
Die Hunde hatten inzwischen die Wiese verlassen und meinen Kleinen in die Zange genommen: ein Mischling Marke Giftzwerg und ein Pitbull. Der Mischling verzog sich sofort, als ich ihm den Kopf zuwandte. Der Pit hatte das Nackenfell gesträubt, den Schwanz waagrecht starr ausgestreckt und beroch mein Hundele, das vollkommen unbeweglich dastand. Mir gefiel das gesträubte Nackenhaar ebensowenig wie der starre Schwanz und ich brachte mühsam beherrscht ein nachdrückliches, aber nicht hysterisches "Nein!" hervor. Verwundert schaute der Hund mich daraufhin an und normalisierte sich sekundenschnell. Das Hundele nutzte die Gelegenheit und verkrümelte sich ins Gebüsch. "Gehste jetzt wieder zu Deinem Frauchen? Die ruft nach Dir." Er wedelte freundlich mit dem Schwanz, gesellte sich an meine Seite und begleitete mich. Hundele kam dazu. Wir wanderten zu Dritt den Feldweg lang, wobei mich eine gewisse Beklommenheit nicht verlassen wollte, bis - - -
wir ca 500m weiter an den Graben zwischen Pferdekoppel und Getreidefeld kamen. Da lag quer ein bepacktes Fahrrad und darunter ein kräftiger Mann, der seinen zitternden Terrier ebenfalls zitternd an sich drückte. "I-i-iss d-das I-ihr Hu-und?" fragte er. "Der Große? - nein. Der gehört offenbar einem von den Reitern. Der Kleine gehört zu mir. Warum?" - "Der Große hat uns verfolgt. Deshalb bin ich in den Graben. Gehen Sie noch weiter in die Richtung?" . "Wieso?" - "Wenn Sie zurückgehen würden und der Große Ihnen folgt, dann könnte ich mit meinem Hund weiterfahren, wenn Sie weg sind." - Was soll man da schon machen? "Gut, ich gehe zurück. Aber ich weiß nicht, ob der Große mitkommt. Ich kenn den Hund nicht, habe ihn eben zum ersten Mal gesehen." - "Danke." - "Kommt Ihr beiden?" Sie kamen. Am Eingang zur Koppel verabschiedete sich der Pit und trottete zufrieden zu seinem Kumpel, der kläffend das Pferd anging, auf dem inzwischen das Frauchen tatsächlich draufsaß. Diese "Gruppe" ist mir dann noch zweimal in jenem Sommer begegnet, danach mehrere Jahre lang nicht mehr. Sie hat offenbar ihre Reitzeiten verändert.
Und da ging ich nun mit Dux ohne Leine, mühsam Pfützen umwandernd, den Feldweg entlang, als plötzlich Pit und Giftzwerg angetobt kamen, Frauchen vergebens keifte und der Zwerg sich ganz schnell wieder dünne machte. Aber Dux - was würde er tun? "Nein!" verkündete ich und zwang mich, beiden Hunden den Rücken zuzudrehen und weiter zu gehen, beginnend mit einem leisen: "Dux!" Über die Schulter schaute ich verstohlen zurück. Die beiden waren noch vorsichtig miteinander, aber kein Schwanz wedelte: also keine unmittelbare Gefahr. Ich beschleunigte. Dux kam, Pit lief auf die Wiese zurück. Nichts ist passiert. Uff! Vor vier Wochen hätte sich das vermutlich noch anders entwickelt. Aber er ist ruhiger geworden, wird nicht mehr bei jeder Anmache sofort aggressiv - und Pit hat ihn nicht direkt angemacht, der hat halt nur ein furchterregendes Gebiss - und nach wie vor keinen Appell.
Und noch was ist passiert, das mir nicht wirklich gefällt. Als wir von meiner Tochter nach Hause fahren wollten, ging mein Sohn mit Dux zum Auto und der weigerte sich strikt einzusteigen, weil ich nicht unmittelbar in der Nähe war. Er fängt an sich auf mich zu fixieren und die Bindung zu meinem Sohn nicht zu vertiefen.
Insgesamt: alles entwickelt sich sehr zum Positiven.
Inse
