28.10.13, 10:31
Da nich für, Ortrun: Heiße Eisen schjeinen ja sowas wie mein lebenslängliches Spezialgebiet zu sein

Nachteule,mir ging und geht es darum, ein gewisses Nachdenken über Auswirkungen von Kaufverhalten in diesem Bereich in Gang zu bringen. Ganz speziell bezügliches EINES bestimmten Anbieters, dessen Verhalten (in meinen Augen) möglicherweise Gefahren für die Marktstruktur in diesem Land hier zur Folge hat.
Von den wichtigen Punkten, die du zusätzlich angeführt hast (nochmal DANKE! :-)) möchte ich auf folgende näher eingehen:
"...jede rosenbaumschule die historische rosen hat, hat auch ein großes sortiment an moderneren rosen..."
- Das stimmt so nicht ganz: Schütt z.B.hat nur ein kleines "nebenbei"-Sortiment an modernen Rosen (und es besteht überwiegend aus älteren, "klassischen" Sorten). Sie sind spezialisiert auf besonders frostharte, großteils EINMALBLÜHENDE, historische Rosen und weiten das Sortiment nur sehr wenig und sehr gezielt aus.Da es ein alteingeführter, mit professionellem Baumschul-Hintergrund versehener, engagierter Familienbetrieb mit sehr gutem Service und ebensolcher Qualität und daraus folgend langjähriger Stammkundschaft ist, kommen sie - hoffentlich auch in Zukunft- m.W. gut zurecht.
Gina hat m. W. ebenfalls nur sehr wenige moderne Rosen im Programm und setzt also ebenfalls auf eine gewisse Spezialisierung (frostharte, historische Rosen inklusive entsprechender Raritäten als Schwerpunkt). - Ich hoffe, es wird auch bei ihr (weiter) gut laufen (ist ja noch relativ neu), denn es handelt sich bei den historischen Rosenschätzen um eine echte Bereicherung des Angebots!
Fazit: "Ein großes Angebot" moderner Sorten parallel zu historischen MUß also nicht unbedingt sein, wenn alle sonstigen Parameter (Service, Qualität, Fachkenntnisse, Beratung, Website, besonderes Programm) stimmen.
Jetzt kommt das große ABER:
Wie du sehr richtig schreibst ("...klar gibt es liebhaber, aber wie viele? so viele, dass es sich lohnt?") reicht ein gewissser Anteil an Raritäten m.E. NICHT aus, einen Anbieter überlebensfähig zu halten: Ohne Standard-Sortiment (was es ja auch in Bezug auf historische Rosen in Form bekannterer Sorten gibt) "lohnt" sich die Sache (zumindest geschäftlich) leider (zumindest mittelfristig) kaum...
Und eben DA sehe ich die große Gefahr, wenn so ein Massen-Anbieter immer mehr dazu übergeht, BEIDES in steigendem Maß UND zu (zumindest für hiesige Verhältnisse) un-unterbietbaren Preisen massiv auf den Markt zu werfen: SOWOHL Standard-Sortimente historischer als auch solche moderner Sorten PLUS immer mehr Raritäten.
Der Mechanismus ist m. E. so, daß die meisten Kunden möglichst viel von einer Bezugsquelle bestellen möchten (schon um Porto zu sparen verständlicherweise): Da, wo sie heißersehnte Raritäten bestellen können, wird also möglichst auch noch das bestellt, was zum Standard-Programm gehört und das Bestellvolumen vergrößert sich dadurch so, daß es sich für den Anbieter lohnt.
Was passiert nun, wenn der große Billig-Anbieter neben (ständig wachsenden) Standard-Sortimenten (historischer UND moderner Sorten) auch noch (nach und nach) die Raritäten anbietet, die eigentlich die "Zugpferde" deranderen (spezialisierten, kleineren) Mitbewerber sind? - Richtig: Der Anreiz für Kunden, ihre Bestellungen bei letzteren zu machen, nimmt immer mehr ab...Und da nützen mittelfristig m. E. weder Webshops, freundliche und fachkundige Beratungen, hervorragende Qualitäten oder sonstige Vorzüge (gegenüber dem Billig-Anbieter), weil es immer mehr nur um den PREIS geht ("Geiz ist "geil")...
Genau DAS haben wir gesehen und sehen es immer noch in Bezug auf andere Marktsegmente (Kleidung, Bücher, Musik - zu letzterem habe ich jahrelange, eigene Erfahrungen) u. v. m.
Darum ist es mir wichtig, auf daraus entstehende Gefahren hinzuweisen, BEVOR die Auswirkungen derart extrem sind wie sie es in anderen Marktsegmenten (leider) schon sind...
Menschen, die in Foren lesen (und erst recht diejenigen, die auch mitschreiben) sind jeweils nur ein winzig kleiner Teil der gesamten am jeweiligen Thema Interessierten. Aber sie sind "Multiplikatoren" hinsichtlich des jeweiligen Interessengebiets für ihr Umfeld (Familie, Arbeitskollegen, Nachbarn, Freunde, Bekannte). -M. E. beinhaltet das auch eine gewisse Verantwortung. An die zu appellieren ich mir mit Eröffnung dieses threadfs die Freiheit nehme...
Natürlich muß der eine oder andere mittelständische Anbieter sich hier und da noch ein bißchen mehr Mühe geben, aber DASist nicht der zentrale Punkt: Selbst mit noch so perfektem Programm und Service werden mittelfristig die meisten aufgeben müssen, wenn die Entwicklung so (wie oben geschildert) weitergeht...
Das fände ich nicht nur menschlich extrem schade, schon aus egoistischen Gründen: Es macht FREUDE, mit Menschen zu kooperieren und zu kommunizieren, die mit echtem Engagement, Fachwissen und HERZBLUT bei der Sache sind! Auch aus ganz pragmatischen ("Bequemlichkeits"-) Gründen: Besagter Großanbieter würde ganz sicher keine aufwändigen Recherchen betreiben, um eine verschollene Sorte wieder einzuführen, ganz bestimmt keine besondere Mühe aufwenden, um eine schwer zu veredelnde Sorte zu vermehren (zumindest dann nicht mehr, wenn es keinen Konkurrenz-Anbieter mehr dafür gibt), ganz bestimmt nicht zig selten bestellte Sorten jahre- (bzw. jahrzehnte-) lang in winzigen Stückzahlen weiterveredeln, bis sie wiederentdeckt (und dann vielleicht wieder öfter bestellt) wird, etc...
Und DANN wird´s für echte Sammler (wieder) richtig "unbequem", wenn sie was Besonderes suchen (oder eine besondere Sorte ersetzen möchten/wollen/müssen)...
GENAU so ist es damals bei der Vernichtung der kleinen Plattenläden in den Städten abgelaufen: Saturn hat seine Sortimente extrem ausgeweitet, plötzlich gab es dort auch die kultigen Independent-Platten zu kaufen (aber natürlich viiiiiel billiger!), in Folge gab es (außer persönlichen Beziehungen oder besonderen Raritäten - aber die haben sich auch damals "nicht gelohnt") keinen Grund mehr, noch in kleineren Läden zu kaufen und peng: Weg waren sie und schon verschwand die vorübergehende Pluralität in den großen Ketten auch wieder...
Ich möchte NICHT, daß es im Rosenmarkt genauso läuft: Der Kultur-Verlust wäre zu schlimm!

Nachteule,mir ging und geht es darum, ein gewisses Nachdenken über Auswirkungen von Kaufverhalten in diesem Bereich in Gang zu bringen. Ganz speziell bezügliches EINES bestimmten Anbieters, dessen Verhalten (in meinen Augen) möglicherweise Gefahren für die Marktstruktur in diesem Land hier zur Folge hat.
Von den wichtigen Punkten, die du zusätzlich angeführt hast (nochmal DANKE! :-)) möchte ich auf folgende näher eingehen:
"...jede rosenbaumschule die historische rosen hat, hat auch ein großes sortiment an moderneren rosen..."
- Das stimmt so nicht ganz: Schütt z.B.hat nur ein kleines "nebenbei"-Sortiment an modernen Rosen (und es besteht überwiegend aus älteren, "klassischen" Sorten). Sie sind spezialisiert auf besonders frostharte, großteils EINMALBLÜHENDE, historische Rosen und weiten das Sortiment nur sehr wenig und sehr gezielt aus.Da es ein alteingeführter, mit professionellem Baumschul-Hintergrund versehener, engagierter Familienbetrieb mit sehr gutem Service und ebensolcher Qualität und daraus folgend langjähriger Stammkundschaft ist, kommen sie - hoffentlich auch in Zukunft- m.W. gut zurecht.
Gina hat m. W. ebenfalls nur sehr wenige moderne Rosen im Programm und setzt also ebenfalls auf eine gewisse Spezialisierung (frostharte, historische Rosen inklusive entsprechender Raritäten als Schwerpunkt). - Ich hoffe, es wird auch bei ihr (weiter) gut laufen (ist ja noch relativ neu), denn es handelt sich bei den historischen Rosenschätzen um eine echte Bereicherung des Angebots!
Fazit: "Ein großes Angebot" moderner Sorten parallel zu historischen MUß also nicht unbedingt sein, wenn alle sonstigen Parameter (Service, Qualität, Fachkenntnisse, Beratung, Website, besonderes Programm) stimmen.
Jetzt kommt das große ABER:
Wie du sehr richtig schreibst ("...klar gibt es liebhaber, aber wie viele? so viele, dass es sich lohnt?") reicht ein gewissser Anteil an Raritäten m.E. NICHT aus, einen Anbieter überlebensfähig zu halten: Ohne Standard-Sortiment (was es ja auch in Bezug auf historische Rosen in Form bekannterer Sorten gibt) "lohnt" sich die Sache (zumindest geschäftlich) leider (zumindest mittelfristig) kaum...
Und eben DA sehe ich die große Gefahr, wenn so ein Massen-Anbieter immer mehr dazu übergeht, BEIDES in steigendem Maß UND zu (zumindest für hiesige Verhältnisse) un-unterbietbaren Preisen massiv auf den Markt zu werfen: SOWOHL Standard-Sortimente historischer als auch solche moderner Sorten PLUS immer mehr Raritäten.
Der Mechanismus ist m. E. so, daß die meisten Kunden möglichst viel von einer Bezugsquelle bestellen möchten (schon um Porto zu sparen verständlicherweise): Da, wo sie heißersehnte Raritäten bestellen können, wird also möglichst auch noch das bestellt, was zum Standard-Programm gehört und das Bestellvolumen vergrößert sich dadurch so, daß es sich für den Anbieter lohnt.
Was passiert nun, wenn der große Billig-Anbieter neben (ständig wachsenden) Standard-Sortimenten (historischer UND moderner Sorten) auch noch (nach und nach) die Raritäten anbietet, die eigentlich die "Zugpferde" deranderen (spezialisierten, kleineren) Mitbewerber sind? - Richtig: Der Anreiz für Kunden, ihre Bestellungen bei letzteren zu machen, nimmt immer mehr ab...Und da nützen mittelfristig m. E. weder Webshops, freundliche und fachkundige Beratungen, hervorragende Qualitäten oder sonstige Vorzüge (gegenüber dem Billig-Anbieter), weil es immer mehr nur um den PREIS geht ("Geiz ist "geil")...
Genau DAS haben wir gesehen und sehen es immer noch in Bezug auf andere Marktsegmente (Kleidung, Bücher, Musik - zu letzterem habe ich jahrelange, eigene Erfahrungen) u. v. m.
Darum ist es mir wichtig, auf daraus entstehende Gefahren hinzuweisen, BEVOR die Auswirkungen derart extrem sind wie sie es in anderen Marktsegmenten (leider) schon sind...
Menschen, die in Foren lesen (und erst recht diejenigen, die auch mitschreiben) sind jeweils nur ein winzig kleiner Teil der gesamten am jeweiligen Thema Interessierten. Aber sie sind "Multiplikatoren" hinsichtlich des jeweiligen Interessengebiets für ihr Umfeld (Familie, Arbeitskollegen, Nachbarn, Freunde, Bekannte). -M. E. beinhaltet das auch eine gewisse Verantwortung. An die zu appellieren ich mir mit Eröffnung dieses threadfs die Freiheit nehme...
Natürlich muß der eine oder andere mittelständische Anbieter sich hier und da noch ein bißchen mehr Mühe geben, aber DASist nicht der zentrale Punkt: Selbst mit noch so perfektem Programm und Service werden mittelfristig die meisten aufgeben müssen, wenn die Entwicklung so (wie oben geschildert) weitergeht...
Das fände ich nicht nur menschlich extrem schade, schon aus egoistischen Gründen: Es macht FREUDE, mit Menschen zu kooperieren und zu kommunizieren, die mit echtem Engagement, Fachwissen und HERZBLUT bei der Sache sind! Auch aus ganz pragmatischen ("Bequemlichkeits"-) Gründen: Besagter Großanbieter würde ganz sicher keine aufwändigen Recherchen betreiben, um eine verschollene Sorte wieder einzuführen, ganz bestimmt keine besondere Mühe aufwenden, um eine schwer zu veredelnde Sorte zu vermehren (zumindest dann nicht mehr, wenn es keinen Konkurrenz-Anbieter mehr dafür gibt), ganz bestimmt nicht zig selten bestellte Sorten jahre- (bzw. jahrzehnte-) lang in winzigen Stückzahlen weiterveredeln, bis sie wiederentdeckt (und dann vielleicht wieder öfter bestellt) wird, etc...
Und DANN wird´s für echte Sammler (wieder) richtig "unbequem", wenn sie was Besonderes suchen (oder eine besondere Sorte ersetzen möchten/wollen/müssen)...
GENAU so ist es damals bei der Vernichtung der kleinen Plattenläden in den Städten abgelaufen: Saturn hat seine Sortimente extrem ausgeweitet, plötzlich gab es dort auch die kultigen Independent-Platten zu kaufen (aber natürlich viiiiiel billiger!), in Folge gab es (außer persönlichen Beziehungen oder besonderen Raritäten - aber die haben sich auch damals "nicht gelohnt") keinen Grund mehr, noch in kleineren Läden zu kaufen und peng: Weg waren sie und schon verschwand die vorübergehende Pluralität in den großen Ketten auch wieder...
Ich möchte NICHT, daß es im Rosenmarkt genauso läuft: Der Kultur-Verlust wäre zu schlimm!
